Der berühmte Dr. Heim aus Solz

von Tobias Fuhrmann

luftbild-solz_webZwischen Werratal und Rhön liegen viele schöne und beschauliche Ortschaften. Einige sind so beschaulich, dass sie mittlerweile kaum noch auf einer Landkarte erscheinen oder — wie könnte es in Zeiten des demografischen Wandels und knapper Staatskassen anders sein? — eingemeindet werden. Solz ist eine davon.  Mehr

Fromme Zwerge, geile Ritter und Pflaumenmus liebende Drachen

Ein sagenhaftes Buch über Thüringen

von Maximilian Gränitz

Sagenhaftes Thüringen

Sagenhaftes Thüringen, erschienen im amicus-Verlag

Normalerweise ist ein Buch über Thüringer Sagen keine Sensation. Seit vielen Jahren existieren verschiedenste Ausgaben über die phantasievollsten Erzählungen unerklärlicher Ereignisse oder geheimnisvoller Sagengestalten. Doch der gebürtige Jenaer Klaus Fischer springt nicht auf die Welle der Nacherzählung auf; in seinem Buch Sagenhaftes Thüringen präsentiert er   bekannte und vergessene Geschichten, geschrieben mit großer Liebe und in humorvoller Weise weitergedacht. Optisch überzeugt Fischers Werk  mit einem farbenprächtigen Einband und Illsutrationen von Peter Muzeniek und Host Hausotte.

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„Hätten Sie nicht Lust, sich hier auf dem Thüringer Wald einmal umzusehen?“

Johannes Brahms auf Schloss Altenstein

von Renate und Kurt Hofmann

Johannes Brahms im Park des Arenberg-Palais in Wien sitzend (Fotografie von Maria Fellinger, 1. Mai 1895)

Johannes Brahms im Park des Arenberg-Palais in Wien sitzend (Fotografie von Maria Fellinger, 1. Mai 1895)

„Hätten Sie nicht Lust, sich hier auf dem Thüringer Wald einmal umzusehen? Wenn Sie die Hirsche schreien hören könnten, das wäre etwas für Sie! Freilich hören sie schon mit Mitte dieses Monats auf zu brüllen wie die Löwen, und wenn wir Sie auch für unser Leben gern so lange hier hätten, so werden Sie so lange nicht kommen mögen, obgleich ich nicht einsehe, warum Sie nicht ebenso gut hier zu Hause sein, hier ungestört, ja noch viel ungestörter sollten componiren, lesen, schreiben können, wie in Wien, und wandern könnten Sie hier doch noch ganz anders!!“ Mehr

Die Einheit der Schrift begann in Schleiz

Das Rutheneum als Geburtsstätte des DUDEN

von Juergen K. Klimpke

Konrad Duden zu seiner Schleizer Zeit (Zeichnung: Arthur Viertel)

Konrad Duden zu seiner Schleizer Zeit (Zeichnung: Arthur Viertel)

„Auf dem Gebiete der deutschen Rechtschreibung herrscht augenblicklich ein unerquicklicher und namentlich für die zum Lehren Berufenen unbefriedigender Übergangszustand. Seitdem man vom Baume der Erkenntnis gegessen hat und auf die Mängel der überlieferten Rechtschreibung aufmerksam geworden ist, hat die harmlose Unbefangenheit im Gebrauch des Alten aufgehört, und doch gibt es noch kein Neues, das sich an dessen Stelle hätte setzen können.“ Mehr

Ein Spaziergang durch Weimar

Gerhard Kleins Weimar-Skizzen. Motive der Klassikerstadt

von Karl Brauer

weimar skizzenWer schon einmal durch Weimar spaziert ist, weiß, welchen Charme die zahlreichen architektonischen Meisterwerke und die mannigfachen Kleinode der Kulturstadt versprühen. Diese von einem breiten Epochenstilmix geprägte Stimmung vermag der studierte Architekt Gerhard Klein in seinem im Bertuch-Verlag veröffentlichten und schon in der dritten Auflage vorliegenden Skizzenbuch über die Stadt an der Ilm einzufangen. Mehr

„Wer hat, sollte geben“

Eine Würdigung anlässlich der Verleihung der „Sebastian-Lucius-Medaille”

von Robert von Lucius

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Foto: Johann-Adrian v. Lucius

ERFURT – Die Industrie- und Handelskammer Erfurt hat eine „Sebastian-Lucius-Medaille“ geschaffen, benannt nach ihrem Gründungspräsidenten. Damit will sie Menschen auszeichnen, die sich um die Wirtschaft in Thüringen verdient gemacht haben. Der Kammerpräsident Dieter Bauhaus sagte bei der ersten Verleihung am 19. September 2013 im Anschluss an die Vollversammlung der Kammer, Sebastian Lucius verkörpere „wie kein anderer“ den ehrenwerten Kaufmann. Die erste Medaille verlieh die Kammer an den FAZ-Journalisten und Ururenkel des Namensgebers, auch stellvertretend für die gesamte Familie Lucius, die – so Bauhaus – „mit ihrem deutschlandweiten Wirken den Wirtschaftsstandort Thüringen über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht“ habe. Robert von Lucius – Mitglied der Gesellschaft Kulturerbe Thüringen – würdigte vor der Verleihung Sebastian Lucius und die Familie. Damit vervollständigt von Lucius das Bild einer verdienstvollen Familie, das er vor zweieinhalb Jahren in dem bis heute vielbeachteten Artikel „Non dormire“ zu zeichnen begonnen hat. Mehr

Liebhabertheater Schloss Kochberg

Weltweit einzigartiges historisches Privattheater mit Opern- und Theateraufführungen, Konzerten und Lesungen

von Silke Gablenz-Kolakovic

Das Liebhabertheater (©Foto: Maik Schuck)

Das Ensemble von Schloss, Park und Theater Kochberg – einst Landsitz von Goethes Herzensfreundin Charlotte von Stein – gehört zu den besonders reizvollen Museen im Besitz der Klassik Stiftung Weimar. Ein weltweit einzigartiges Kleinod ist das am Eingang zu dem herrlichen Landschaftspark stehende klassizistische „Liebhabertheater“. Mehr

Krankenakte „Kulturland Thüringen“ ?

Kulturmacher, -politiker und -experten diskutierten in Erfurt über einen möglichen „Thüringer Kulturinfarkt“

von Stefanie Kießling

Podiumsdiskussion "Thüringer Kulturinfarkt?"

Diskussionsrunde zu „Gibt es einen Kulturinfarkt?“

Letzte Woche wurden die aktuellen Zahlen auf Bundesebene bekannt gegeben: Der Kulturhaushalt bleibt 2014 stabil. 1,207 Milliarden Euro sollen die frohe Botschaft unseres Kulturstaatsministers Bernd Neumann unterstreichen, dass „Kulturförderung keine Subvention, sondern eine unverzichtbare Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft ist.“ Außerdem sendet er so ein politisches Signal an die Bundesländer „ auch in finanziell schwierigen Zeiten bei der Kultur keine Kürzung vorzunehmen.“ Fast gleichzeitig wurde in einem der kulturreichsten Bundesländer Deutschlands eine emotionale Debatte geführt: Auf Einladung der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. fand am 25. Juni in der Kleinen Synagoge in Erfurt die Diskussionsveranstaltung zum Thema: „Gibt es einen Thüringer ‚Kulturinfarkt‘?“ statt. Mehr

Seine Leidenschaft war das Denken

Mit Wilhelm G. Jacobs darf man Johann Gottlieb Fichte neu entdecken

von Florian Scherübl

17541Anlässlich seines 250. Geburtstags hat Wilhelm G. Jacobs dem Philosophen und wichtigen Weichensteller im Deutschen Idealismus, Johann Gottlieb Fichte, eine kleine aber ausgezeichnete Biografie gewidmet. Mit großer Kenntnis von Werk und Leben zeichnet er den Weg des Denkers von Sachsen über Thüringen nach Berlin nach – und von der kantischen Philosophie zum eigenen Gedankengebäude. Mehr

Ein Stück Thüringer Gelehrtengeschichte

Zur Biografie über Gottlob Tröbst

von Stefanie Kießling

HvdV_3dAls Leo Tolstoi im April 1861 zu Besuch nach Weimar kommt, gilt sein erster Besuch nicht etwa dem Großherzog Karl Alexander, sondern Gottlob Tröbst, mit dem er bereits als Kind durch die Wälder von Teploe (200 km von Moskau) streifte. Wer ist dieser Tröbst? Dieser Frage geht sein Urenkel Cord C. Troebst auf 300 Seiten nach.

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Das Thüringische Wörterbuch

Das Kulturgut der Dialekte und Regionalsprachen in Thüringen

von Maximilian Gränitz

Die Dialektgebiete im Arbeitsgebiet des Thüringischen Wörterbuches (Quelle: Arbeitsstelle Thüringische Dialektforschung)

Die Dialektgebiete im Arbeitsgebiet des Thüringischen Wörterbuches (Quelle: Arbeitsstelle Thüringische Dialektforschung)

Wenn sich in diesem Jahr am 25. Oktober der Freistaat Thüringen die Ehre zum 20. Jahrestag der Verfassung gibt, so denkt der Thüringer unweigerlich an seine Vergangenheit. Für lange Zeit in Kleinstaaterei lebend, sucht er doch nach Eigenschaften, die ihn auszeichnen. Die Thüringer in ihrer „multilateralen“ Geschichte pflegen auch nach der politischen Wende ihre Traditionen und wollen ihre Eigenheiten nicht so einfach einer nun gemeinsamen, thüringischen Geschichte unterordnen. So auch in den Dialekten und Regionalsprachen. Auch über die Grenzen hinaus spricht man Nord-, Nordost- oder Ostthüringisch; im Süden beeinflusst der fränkische Sprachraum die Dialekte bis zum Rennsteig.

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Wiederentdeckt – Erasmus Reinhold d.Ä.

Zeitgenosse der Reformatoren. Interpret des heliozentrischen Weltbildes

von Maximilian Gränitz

Prutenicae Tabulae Coelestium Motuum (Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Astron.296; http://digital.slub-dresden.de/id273850342)

Erasmus Reinhold: „Preußische Tafeln“ 1551 (Titelblatt des Ex. der SLUB Dresden; Sign.: Astron.296, Digitale Sammlg.)

Vielen interessierten Mathematikern und Astronomen ist der 1511 in Saalfeld geborene Erasmus Reinhold ein Begriff. Seit 1530 studierte er an der Universität Wittenberg und wurde 1535 Magister der sieben freien Künste. Er identifizierte und beschrieb eine große Anzahl von Sternen.

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„ … und eh man wehren kann, ist unser Kopf des Herzens nicht mehr mächtig.“

Zum 200. Todestag des Wortkünstlers und „felix aestheticus“ Christoph Martin Wieland

von Maximilian Gränitz

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Christoph Martin Wieland (1733–1813), Porträt von F. Jagemann (Public Domain)

„So sehr auch jederzeit sein Blick auf das Irdische, auf die Erkenntnis, die Benutzung desselben gerichtet schien — des Außerweltlichen, des Übersinnlichen konnte er doch, als ein vorzüglich begabter Mann, keineswegs entbehren.“

Johann Wolfgang von Goethes Rede in der Trauerloge „Amalia“ in Weimar feiert den Ältesten des klassischen Viergestirns von Weimar als einen sinnlichen und tüchtigen Schriftsteller. 1733 im schwäbischen Biberach geboren, schrieb er in der Kindheit erste lateinische und deutsche Verse und hatte kurz darauf das Gros der römischen Klassiker gelesen. Mehr

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