Liebhabertheater Schloss Kochberg

Weltweit einzigartiges historisches Privattheater mit Opern- und Theateraufführungen, Konzerten und Lesungen

von Silke Gablenz-Kolakovic

Das Liebhabertheater (©Foto: Maik Schuck)

Das Ensemble von Schloss, Park und Theater Kochberg – einst Landsitz von Goethes Herzensfreundin Charlotte von Stein – gehört zu den besonders reizvollen Museen im Besitz der Klassik Stiftung Weimar. Ein weltweit einzigartiges Kleinod ist das am Eingang zu dem herrlichen Landschaftspark stehende klassizistische „Liebhabertheater“. Mehr

Krankenakte „Kulturland Thüringen“ ?

Kulturmacher, -politiker und -experten diskutierten in Erfurt über einen möglichen „Thüringer Kulturinfarkt“

von Stefanie Kießling

Podiumsdiskussion "Thüringer Kulturinfarkt?"

Diskussionsrunde zu „Gibt es einen Kulturinfarkt?“

Letzte Woche wurden die aktuellen Zahlen auf Bundesebene bekannt gegeben: Der Kulturhaushalt bleibt 2014 stabil. 1,207 Milliarden Euro sollen die frohe Botschaft unseres Kulturstaatsministers Bernd Neumann unterstreichen, dass „Kulturförderung keine Subvention, sondern eine unverzichtbare Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft ist.“ Außerdem sendet er so ein politisches Signal an die Bundesländer „ auch in finanziell schwierigen Zeiten bei der Kultur keine Kürzung vorzunehmen.“ Fast gleichzeitig wurde in einem der kulturreichsten Bundesländer Deutschlands eine emotionale Debatte geführt: Auf Einladung der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. fand am 25. Juni in der Kleinen Synagoge in Erfurt die Diskussionsveranstaltung zum Thema: „Gibt es einen Thüringer ‚Kulturinfarkt‘?“ statt. Mehr

Von Burgen, Wäldern und Schluchten

Die Erfurter Wandervögel entdecken Thüringen

von Kai Hendrik Schwahn

Logo der Erfurter Wandervögel

Logo der Erfurter Wandervögel

Am 2. November 2012 machte sich eine Gruppe Erfurter Studierender auf den Weg, um die Drachenschlucht zu durchwandern. Bei schönem Spätherbstwetter erklommen sie die Wartburg und erwanderten unter den letzten goldenen Strahlen der Sonne den Rundwanderweg durch den Thüringer Herbstwald und die Drachenschlucht. Über das Mariental und die Elfengrotte ging es dann wieder zurück zur Wartburg. Dort ließen sie den Nachmittag in der Schenke der Burg bei atemberaubendem Blick über die thüringische Landschaft ausklingen. Diese Wanderung sollte kein Einzelfall bleiben. Wer aber sind diese jungen kultur- und naturbegeisterten Menschen? Und was steckt dahinter?

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Rückschau: Das Kleist-Jubiläum 2011 in Meiningen

Die Theaterstadt ehrte den „maßlosesten“ Dichter des 19. Jahrhunderts

von Florian Beck

Heinrich von Kleist (©Bild: Meininger Museen/Theatermuseum)

„[…] wer das Käthchen liebt, dem kann die Penthesilea nicht ganz unbegreiflich sein, sie gehören ja wie das + und – der Algebra zusammen, und sind ein dasselbe Wesen, nur unter entgegengesetzten Beziehungen gedacht.“ (Kleist an Heinrich Joseph von Collin, 8. Dezember 1808). Bereits vor dieser berühmten Aussage Kleists über seine beiden einzigartigen Damenheldinnen kommt der Dichter auf die Nähe der beiden Figuren zu sprechen: „[…] das [Käthchen, F.B.] ist die Kehrseite der Penthesilea, ihr anderer Pol, ein Wesen, das ebenso mächtig ist durch gänzliche Hingebung, als jene durch Handeln.“  (Kleist am Marie von Kleist, Spätherbst 1807). In Heinrich von Kleist verband sich alle Maßlosigkeit: das + und –, das Fühlen, das Handeln sowohl von Käthchen als auch von Penthesilea.

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Von Kansas bis nach Kati

Erfurt und seine Partnerstädte

von Martin Röw

Besucher aus der Partnerstadt Lille im Rathaussaal (Foto: Martin Röw)

Besucher bestaunen die wuchtigen Gemälde im Rathaussaal. Aufmerksam folgen sie Erläuterungen: „Hier ist der Reformator Martin Luther zu sehen. Er wurde im Dom zum Priester geweiht.“ Es ist der Erfurter Oberbürgermeister Bausewein, der sich die Zeit genommen hatte, um Besucher aus Lille willkommen zu heißen. Es waren zwei Dutzend französische Schüler der Berufsschule „Michel Servet“, die da im historischen Rathaussaal empfangen wurden. Ein dreiwöchiger Austausch in Thüringer Unternehmen gab den angehenden Bäckern und Konditoren die Möglichkeit, in die Berufs- und Alltagspraxis deutscher Firmen hinein zu schnuppern. Der Oberbürgermeister nutzte die Gelegenheit, um die Schüler nicht nur persönlich zu begrüßen, sondern ihnen auch die Geschichte der Stadt näherzubringen. Die aufmerksamen Zuhörer schienen besonders fasziniert davon, wie eng die Geschichte der Stadt mit dem Leben Napoleon Bonapartes verflochten ist. Für Andreas Bausewein ist ein solcher Austausch gelebte Partnerschaft mit Lille, einer der elf Erfurter Partnerstädte.

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Wenn der Herzog feiert …

Zu Besuch auf dem 12. Gothaer Barockfest

von Stefanie Kießling

Herzog Friedrich III. von Sachsen-Gotha-Altenburg

Wenn Herzog Friedrich III. von Sachsen-Gotha-Altenburg (reg. 1732–1772) auf Schloss Friedenstein seine alljährliche Party gibt, darf die alles sein, nur nicht gewöhnlich. Darum geht sie nicht einen Abend, sondern ein ganzes Wochenende; darum feiern nicht nur Preußenkönige, Grafen, Baronessen und Höflinge mit ihm, sondern das ganze Volk. Aus allen Landen strömen fast 6000 Gäste herbei: zu Fuß, per Pferde- und Motorkutsche. Söldner, illustre Hofgesellschaften, hochwangige Herren, tiefdekolletierte Damen, Parfümeure, Töpfer, Tuchmacher und Schaulustige – ihnen allen öffnet am letzten Augustwochenende der Herzog sein Schloss. Mehr

Kultur des Sinnlichen

Ausstellung im Schiller-Museum Weimar und Forschungsprojekt

von Robert Eberhardt

Foto: Caren-Maria Jörß © Klassik Stiftung Weimar

Was verstehen wir eigentlich genau unter der epochalen Kunstperiode, die wir „Weimarer Klassik“ nennen, als deutsches Kulturgut erster Klasse bewahren und (teils) ehren? Meist ein eng definiertes Destillat, nämlich das Schrifttum, die literarischen und philosophischen Texte der großen Denker und Dichter der sogenannten Sattelzeit um 1800. Also Ideen, in Schrift und Druck zur Materie gebunden und weitergereicht. Mehr

„Gut kann nur sein, was mit Liebe getan wird.“

Die Meininger Museen erinnern an eine stadtbekannte Größe der Porträtfotografie – Carola Abel

von Kathleen Heimrich

Carola Abel bei der Arbeit, aufgenommen von einem unbekannten Fotografen

Wer heute ein besonderes Porträt von sich anfertigen lassen möchte, hat die berühmte Qual der Wahl. Unzählige Ateliers und Studios bieten ihre Dienste an, und sogar der Hobbyfotograf aus dem Freundeskreis beweist sichtbares Talent. Vor etwa 40 bis 60 Jahren fiel diese Entscheidung zumindest in Meiningen leichter. Ein Porträt der Fotografin Carola Abel war und ist bis heute etwas Besonderes. Jedoch war nicht immer gewiss, ob man das von der Lichtbildnerin geschossene Porträt am Ende auch wirklich bekam. Mehr

Interdisziplinäres Symposium „Bach als Lutheraner“

24.-28.02.2012 in Eisenach, veranstaltet von der Friedrich-Schiller-Universität Jena und dem Kirchenkreis Eisenach-Gerstungen

von Anja Conrad

Das im Jahr 2017 anstehende Reformationsjubiläum wirft seine Schatten weit voraus. Seit 2009 wird mit jährlichen Schwerpunktthemen auf das anstehende Großereignis aufmerksam gemacht, so dass auch das Jahr 2012 unter dem Thema „Reformation und Musik“ an musikalischen Veranstaltungen sicher nicht darben wird. – Warum also noch eine Veranstaltung zu diesem Thema, zu Luther und Bach? Mehr

Berlin als „Deutschlands Paris“ – oder doch eher Weimar?

von Prof. Dr. Hans Ulrich Gumbrecht

Hans Ulrich Gumbrecht, Professor in Stanford

Kann Weimar nichts anderes sein als ein historisches Freilichtmuseum, von dessen provinziellem Rhythmus man sich als entsprechend gestimmter Bildungstourist gerne in die Zeit von Goethe, Schiller und Wieland tragen lässt? Was gäbe es für die kulturelle Zukunft Deutschlands von Weimar zu lernen? Und welche Alternative bietet es zu den hauptstadtzentristischen Tendenzen unserer Gegenwart? Darüber denkt Hans Ulrich Gumbrecht im folgenden Beitrag historisch und anregend nach. Mehr

Der Geist der Goethezeit im World Wide Web

Internetseite http://www.goethezeitportal.de informiert über bedeutende Periode der deutschen Kultur- und Literaturgeschichte

von Patrick Peters

Logo des Goethezeitportals

Als zeitlich fixierte Periode, die sich an der Schaffenszeit Johann Wolfgang Goethes von circa 1770 bis zum Tod des Meisters 1832 erstreckt, nimmt die Goethezeit innerhalb der deutschen Literatur- und Kulturgeschichte eine besondere Stellung ein: Diese rund 60 Jahre umfassen drei der künstlerisch produktivsten und hochwertigsten Epochen der deutschen Geistesgeschichte – die Aufklärung mit der Strömung des Sturm und Drang, die Weimarer Klassik und die Romantik. Sie haben eine lange Reihe hochkarätiger Werke der nationalen und Weltliteratur hervorgebracht – etwa Goethes Werther, Schillers Wallenstein und Heines Loreley, um jeweils nur einen Text aus jeder der drei Gattungen zu nennen – und versammeln eine Vielzahl an Autoren, die zu den besten Deutschlands, ja der Welt gehören. Mehr

Meiningen – Musenhof zwischen Weimar und Bayreuth

Eine innovative Ausstellung im Schloss Elisabethenburg, vorgestellt von der Kuratorin

von Maren Goltz

Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen (1826-1914) und Freifrau Helene von Heldburg um 1890

Welche Regenten des Hauses Sachsen-Meiningens förderten Kunst und Kultur in besonderem Maße? Womit sorgte das kleine Herzogtum an der Wende des 19. zum 20. Jahrhundert in ganz Europa künstlerisch für Furore? Wovon war Max Reger zeitweise abhängig? Wer war Hans von Bülow? Und was heißt eigentlich musikalische Interpretation? – Kulturgeschichte zum Anfassen, Anschauen und Hinhören erleben Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen in der seit 23. Juni 2011 vollständig zugänglichen Ausstellung „Meiningen – Musenhof zwischen Weimar und Bayreuth“ in den ehemaligen Wohnräumen Herzog Georgs II. und Helene Freifrau von Heldburg. Das innerhalb von vier Jahren im südwestlichen Bereich der Oberen Galerie von Schloss Elisabethenburg realisierte Gesamtprojekt wurde maßgeblich unterstützt von der Stiftung Meininger Kliniken, der Stadt Meiningen sowie der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und der Rhön-Rennsteig-Sparkasse. Mehr

500 Jahre Reformation

Die Vorbereitungen zum Reformationsjubiläum 2017 – ein Werkstattbericht

von Dr. Stefan Rhein

Das Lutherporträt Cranachs von 1528 diente als Vorlage des Logos der Lutherdekade.

Wer in den letzten Monaten die Betriebsamkeit von Landesregierungen, Stadtparlamenten, Konsistorien, Kirchengemeinden und Kulturinstitutionen verfolgte, konnte zur Auffassung kommen, dass das Reformationsjubiläum unmittelbar bevorsteht. In der breiten Öffentlichkeit sind Hoffnungen für eine vertiefte Ökumene auf 2017 hin formuliert worden, ja in manchen Köpfen und Gazetten tauchte sogar die Aufhebung des Banns gegen Martin Luther durch den Papst als Forderung und Hoffnung auf. Mehr

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