„Vielleicht ist dein Grün mein Blau“

Der Verein „Jugend für Dora“ e.V. engagiert sich seit zwei Jahrzehnten für die Erinnerung an das KZ Mittelbau-Dora

von Andreas Froese-Karow

Logo des Vereins (Quelle: Homepage "Fahnen der Erinnerung")

Logo des Vereins (Quelle: Homepage „Fahnen der Erinnerung“)

Seit 20 Jahren setzt sich der Verein Jugend für Dora e.V. für ein lebendiges Gedenken an das Konzentrationslager Mittelbau-Dora in der Harzregion ein. Dieses runde Jubiläum feiern die Mitglieder des Vereins – etwa 60 Jugendliche und junge Erwachsene – nun mit einer Sonderausstellung, die derzeit in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora zu sehen ist. Sie zeigt die wechselvolle Geschichte eines wohl einzigartigen Vereins, der sich mit kreativen, innovativen und Aufmerksamkeit erzeugenden Projekten dafür einsetzt, die Erinnerung an das KZ Mittelbau-Dora im öffentlichen Raum wieder sichtbar und bewusst zu machen.

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„Mäi senn noch doa, denn mäi honns en Bloot!“

Zur Mundart im Landkreis Schmalkalden-Meiningen

von Dr. Christel Siegmund

Mitarbeiter der Mundartgruppe zur Ausstellung im Schlossmuseum Meiningen (2011). Foto: Christel Siegmund

Mitarbeiter der Mundartgruppe zur Ausstellung im Schlossmuseum Meiningen (2011). Foto: Christel Siegmund

Der Heimatbund des Kreises Schmalkalden-Meiningen fühlt sich verpflichtet, die Heimatverbundenheit der Bürger zu stärken und durch Traditionspflege zur Bewahrung des Brauchtums beizutragen. In unserem Kreis gibt es in zahlreichen Orten viele Aktivitäten, die sich mit der Mundart ihres Ortes beschäftigen, um das lebendige sprachliche Denkmal weiter zu erhalten. Wir wollen die Freunde der Mundart im Kreis beim Verwirklichen dieser historisch wertvollen Aufgabe unterstützen.

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Leerer Sockel

200 Jahre Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach

von Robert von Lucius

Leerer Sockel: Carl-Alexander-Denkmal am Goetheplatz. Foto: Vitold Muratov (CC-Lizenz Wikimedia)

Leerer Sockel: Carl-Alexander-Denkmal am Goetheplatz. Foto: Vitold Muratov (CC-Lizenz Wikimedia)

Die Anregungen, die das deutsche und europäische Kulturerbe Thüringen und vor allem Weimar zu verdanken haben, sind offenkundig. Weniger geläufig sind die Impulse, die von Weimar ausgingen auf Demokratie und Bürgergesellschaft. Sie standen im Mittelpunkt der Feiern zur Erhebung zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach vor 200 Jahren beim Wiener Kongress.  Dazu luden der Chef des Hauses, Michael-Benedikt Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach; Christian Carius als Präsident des Thüringer Landtages; Hellmut Seemann als Präsident der Klassik Stiftung Weimar; sowie Bernhard Post, Direktor des Thüringischen Hauptstaatsarchivs – es liegt natürlich in Weimar nur wenige Schritte entfernt vom Ort des Festaktes, dem Festsaal des Stadtschlosses. Mehr

KulturFluss – Zur Archäologie des mittleren Saaletals

KulturFluss – Eine Ausstellung über die Archäologie des mittleren Saaletals aus 150 Jahren „Ur- und Frühgeschichtliche Sammlung der Uni Jena“

von Peter Ettel und Florian Schneider

flyer ausstellung kulturflussArchäologie ist die Wissenschaft vom Ausgraben, vom Sichtbarmachen des Verborgenen – eine Wissenschaft, die auch deshalb fasziniert, weil das visuelle Verschwinden der Dinge oft mit ihrem physischen Verfall einhergeht und Archäologen daher gezwungen sind, sich bei der Erforschung weit zurückliegender Zeiten auf wenige Hinweise zu stützen. Archäologie ist aber immer mehr als  Ausgraben: Zu jeder Ausgrabung gehört die Auswertung und zu jeder Auswertung gehören die archäologischen Fundstücke; keines ist ohne das andere denkbar.

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Die Wiederbeschaffung von Büchern für die Herzogin Anna Amalia Bibliothek

Ein Zwischenbericht zum 10. Jahrestag des Brandes

von Katja Lorenz

Rokokosaal in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek (© Klassik Stiftung Weimar, Foto: Maik Schuck)

Am 2. September 2004 verbrannten in der Weimarer Herzogin Anna Amalia Bibliothek 50.000 Bücher, die auf der ehemaligen Zweiten Galerie des Rokokosaals untergebracht waren. Weitere 25.000 stark verkohlte Buchblöcke und Fragmente wurden aus dem Brandschutt geborgen und im Leipziger Zentrum für Bucherhaltung gefriergetrocknet. Diese sogenannten ‚Aschebücher‘ werden seit 2009 gesichtet, identifiziert und in einer Spezialwerkstatt für brandgeschädigtes Schriftgut restauriert. Mehr

Lutherland Thüringen

Der Freistaat auf dem Weg zum Reformationsjubiläum „Luther 2017“

von Dr. Thomas A. Seidel

Luther_2017_RGB_klein„Am Anfang war das Wort“  – „In the beginning was the word“ – „En el principio era el Verbo“ – „Au commencement était la Parole“.
Dieses Zitat aus der Bibel, aus dem Johannes-Evangelium im Neuen Testament, wird als Botschaft weltweit verstanden und ist das Leitwort der kommenden Jahre. 2008 begann die Reformationsdekade „Luther 2017“ mit acht thematisch gestalteten Jahren, die 2017 in die Feierlichkeiten „500 Jahre Reformation“ münden. Mehr

„Wer hat, sollte geben“

Eine Würdigung anlässlich der Verleihung der „Sebastian-Lucius-Medaille”

von Robert von Lucius

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Foto: Johann-Adrian v. Lucius

ERFURT – Die Industrie- und Handelskammer Erfurt hat eine „Sebastian-Lucius-Medaille“ geschaffen, benannt nach ihrem Gründungspräsidenten. Damit will sie Menschen auszeichnen, die sich um die Wirtschaft in Thüringen verdient gemacht haben. Der Kammerpräsident Dieter Bauhaus sagte bei der ersten Verleihung am 19. September 2013 im Anschluss an die Vollversammlung der Kammer, Sebastian Lucius verkörpere „wie kein anderer“ den ehrenwerten Kaufmann. Die erste Medaille verlieh die Kammer an den FAZ-Journalisten und Ururenkel des Namensgebers, auch stellvertretend für die gesamte Familie Lucius, die – so Bauhaus – „mit ihrem deutschlandweiten Wirken den Wirtschaftsstandort Thüringen über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht“ habe. Robert von Lucius – Mitglied der Gesellschaft Kulturerbe Thüringen – würdigte vor der Verleihung Sebastian Lucius und die Familie. Damit vervollständigt von Lucius das Bild einer verdienstvollen Familie, das er vor zweieinhalb Jahren in dem bis heute vielbeachteten Artikel „Non dormire“ zu zeichnen begonnen hat. Mehr

Liebhabertheater Schloss Kochberg

Weltweit einzigartiges historisches Privattheater mit Opern- und Theateraufführungen, Konzerten und Lesungen

von Silke Gablenz-Kolakovic

Das Liebhabertheater (©Foto: Maik Schuck)

Das Ensemble von Schloss, Park und Theater Kochberg – einst Landsitz von Goethes Herzensfreundin Charlotte von Stein – gehört zu den besonders reizvollen Museen im Besitz der Klassik Stiftung Weimar. Ein weltweit einzigartiges Kleinod ist das am Eingang zu dem herrlichen Landschaftspark stehende klassizistische „Liebhabertheater“. Mehr

Krankenakte „Kulturland Thüringen“ ?

Kulturmacher, -politiker und -experten diskutierten in Erfurt über einen möglichen „Thüringer Kulturinfarkt“

von Stefanie Kießling

Podiumsdiskussion "Thüringer Kulturinfarkt?"

Diskussionsrunde zu „Gibt es einen Kulturinfarkt?“

Letzte Woche wurden die aktuellen Zahlen auf Bundesebene bekannt gegeben: Der Kulturhaushalt bleibt 2014 stabil. 1,207 Milliarden Euro sollen die frohe Botschaft unseres Kulturstaatsministers Bernd Neumann unterstreichen, dass „Kulturförderung keine Subvention, sondern eine unverzichtbare Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft ist.“ Außerdem sendet er so ein politisches Signal an die Bundesländer „ auch in finanziell schwierigen Zeiten bei der Kultur keine Kürzung vorzunehmen.“ Fast gleichzeitig wurde in einem der kulturreichsten Bundesländer Deutschlands eine emotionale Debatte geführt: Auf Einladung der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. fand am 25. Juni in der Kleinen Synagoge in Erfurt die Diskussionsveranstaltung zum Thema: „Gibt es einen Thüringer ‚Kulturinfarkt‘?“ statt. Mehr

Von Burgen, Wäldern und Schluchten

Die Erfurter Wandervögel entdecken Thüringen

von Kai Hendrik Schwahn

Logo der Erfurter Wandervögel

Logo der Erfurter Wandervögel

Am 2. November 2012 machte sich eine Gruppe Erfurter Studierender auf den Weg, um die Drachenschlucht zu durchwandern. Bei schönem Spätherbstwetter erklommen sie die Wartburg und erwanderten unter den letzten goldenen Strahlen der Sonne den Rundwanderweg durch den Thüringer Herbstwald und die Drachenschlucht. Über das Mariental und die Elfengrotte ging es dann wieder zurück zur Wartburg. Dort ließen sie den Nachmittag in der Schenke der Burg bei atemberaubendem Blick über die thüringische Landschaft ausklingen. Diese Wanderung sollte kein Einzelfall bleiben. Wer aber sind diese jungen kultur- und naturbegeisterten Menschen? Und was steckt dahinter?

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Rückschau: Das Kleist-Jubiläum 2011 in Meiningen

Die Theaterstadt ehrte den „maßlosesten“ Dichter des 19. Jahrhunderts

von Florian Beck

Heinrich von Kleist (©Bild: Meininger Museen/Theatermuseum)

„[…] wer das Käthchen liebt, dem kann die Penthesilea nicht ganz unbegreiflich sein, sie gehören ja wie das + und – der Algebra zusammen, und sind ein dasselbe Wesen, nur unter entgegengesetzten Beziehungen gedacht.“ (Kleist an Heinrich Joseph von Collin, 8. Dezember 1808). Bereits vor dieser berühmten Aussage Kleists über seine beiden einzigartigen Damenheldinnen kommt der Dichter auf die Nähe der beiden Figuren zu sprechen: „[…] das [Käthchen, F.B.] ist die Kehrseite der Penthesilea, ihr anderer Pol, ein Wesen, das ebenso mächtig ist durch gänzliche Hingebung, als jene durch Handeln.“  (Kleist am Marie von Kleist, Spätherbst 1807). In Heinrich von Kleist verband sich alle Maßlosigkeit: das + und –, das Fühlen, das Handeln sowohl von Käthchen als auch von Penthesilea.

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Von Kansas bis nach Kati

Erfurt und seine Partnerstädte

von Martin Röw

Besucher aus der Partnerstadt Lille im Rathaussaal (Foto: Martin Röw)

Besucher bestaunen die wuchtigen Gemälde im Rathaussaal. Aufmerksam folgen sie Erläuterungen: „Hier ist der Reformator Martin Luther zu sehen. Er wurde im Dom zum Priester geweiht.“ Es ist der Erfurter Oberbürgermeister Bausewein, der sich die Zeit genommen hatte, um Besucher aus Lille willkommen zu heißen. Es waren zwei Dutzend französische Schüler der Berufsschule „Michel Servet“, die da im historischen Rathaussaal empfangen wurden. Ein dreiwöchiger Austausch in Thüringer Unternehmen gab den angehenden Bäckern und Konditoren die Möglichkeit, in die Berufs- und Alltagspraxis deutscher Firmen hinein zu schnuppern. Der Oberbürgermeister nutzte die Gelegenheit, um die Schüler nicht nur persönlich zu begrüßen, sondern ihnen auch die Geschichte der Stadt näherzubringen. Die aufmerksamen Zuhörer schienen besonders fasziniert davon, wie eng die Geschichte der Stadt mit dem Leben Napoleon Bonapartes verflochten ist. Für Andreas Bausewein ist ein solcher Austausch gelebte Partnerschaft mit Lille, einer der elf Erfurter Partnerstädte.

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Wenn der Herzog feiert …

Zu Besuch auf dem 12. Gothaer Barockfest

von Stefanie Kießling

Herzog Friedrich III. von Sachsen-Gotha-Altenburg

Wenn Herzog Friedrich III. von Sachsen-Gotha-Altenburg (reg. 1732–1772) auf Schloss Friedenstein seine alljährliche Party gibt, darf die alles sein, nur nicht gewöhnlich. Darum geht sie nicht einen Abend, sondern ein ganzes Wochenende; darum feiern nicht nur Preußenkönige, Grafen, Baronessen und Höflinge mit ihm, sondern das ganze Volk. Aus allen Landen strömen fast 6000 Gäste herbei: zu Fuß, per Pferde- und Motorkutsche. Söldner, illustre Hofgesellschaften, hochwangige Herren, tiefdekolletierte Damen, Parfümeure, Töpfer, Tuchmacher und Schaulustige – ihnen allen öffnet am letzten Augustwochenende der Herzog sein Schloss. Mehr

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