Auf den Gipfeln des Geistes

Ein Kompendium über die womöglich fruchtbarste Zeit der Philosophie in Deutschland überhaupt

von Florian Scherübl

Die Philosophie des Deutschen Idealismus ist untrennbar mit den Namen einiger traditionsreicher Universitäten verbunden, die als geistige Zentren nach dem Verblassen des Glanzes der Aufklärung das späte 18. und frühe 19. Jahrhundert erleuchteten. Neben Tübingen und Berlin war gerade das in Thüringen gelegene Jena einer der ausstrahlungsstärksten Koordinaten dieser Bewegung auf der philosophischen Landkarte des klassischen Jahrhunderts. Hier wirkte Fichte in den 1790er Jahren während des „Atheismus-Streits“, wenige Jahre später wurde der erst 23-jährige F.J. Schelling auf Geheiß Goethes hierher zum Professor berufen, Hegels Laufbahn als Philosophieprofessor begann an der heute nach Friedrich Schiller benannten Universität.

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Stromausfall im Bauhaus

Ein Kunstabenteuer

von Kathleen Heimrich

„Verzeihen Sie, wenn ich störe, aber was machen Sie denn in dieser Kiste? Sie gehören doch in den Küchenschrank!“ stellt Paul fest und richtet seine Frage an eine Kaffeekanne mit Goldrand, welche er im Keller des Bauhaus findet. Paul ist der Sohn des Hausmeisters im Bauhaus und geht während eines Stromausfalls mit seiner Taschenlampe auf Entdeckungsreise durch die Kellerräume der Kunsthochschule. Hier trifft er auf zahlreiche ausgesonderte Dinge, die ihm immer wieder erklären, dass sie für diese neue Kunstrichtung nicht „funktional“ genug sind. Mehr

Von Friseurstühlen, Amviehtheatern und den Festspielen bei Reuth

Kulturelle Entdeckungen im Thüringer Osten

von Stefanie Kießling

Weimar, Erfurt und die Wartburg – wer durch das kleine Thüringen reist, ist schnell fertig? Weit gefehlt! Hier glänzen und schlummern kulturelle Schätze dicht an dicht: Burgen, Schlösser, Landschaftsparks, Kirchen, Rittergüter oder technische Denkmäler. Doch mit ihnen ist es wie mit den Menschen – manche rücken prachtvoll, frech und keck in den Vordergrund, andere wollen entdeckt und erobert werden. Gut, wenn da ein kompetenter Kulturführer alle gleichberechtigt in den Blick nimmt. Einer? Thüringens Kultur ist so reich, dass sie gar nicht zwischen zwei Buchdeckel passt, sondern mehrere Bände füllt. Mehr

Athen an der Saale

Dichter und Gelehrte über Jena und seine Universität

von Robert Eberhardt

Das von Günter Schmidt herausgegebene Lesebuch möchte Texte aus allen Epochen versammeln, die sich der alten thüringischen Universitätsstadt, dem „Saale-Athen“, widmen und aus ihrer bewegten Geschichte berichten. Dafür wurde der Fokus recht weit gefasst und wir finden offizielle Schreiben ebenso wie persönliche Erinnerungen aus dem Alltäglichen oder Berichte aus Krisen- und Katastrophenzeiten. Ein Mindestmaß an sprachlicher und literarischer Qualität eint die Beiträge. Dass Jena nach Weimar die am häufigsten beschriebene Literaturstadt Thüringens ist und daher nur einige Fixsterne präsentiert wird, gibt der Herausgeber einleitend zur Kenntnis. Trotzdem ist ein Kompendium aus mehr als 130 Beiträgen entstanden, das Jena von vielen Perspektiven aus beleuchtet. Mehr

In der Fremde Brücken bauen

Johann August Röblings Reise in den Ruhm (Hrsg. von Iris Roebling)

von Stefanie Kießling

Wer die Heimat verlässt, bricht oft so manche Brücke hinter sich ab. Der Thüringer Ingenieur Johann August Röbling (später John Roebling) machte es umgekehrt – er wanderte 1831 von Mühlhausen nach Amerika aus, und begann dort den Bau einer der berühmtesten Brücken der Welt: die Brooklyn Bridge in New York. Damit hat er für die Stadt, ja für die Welt ein Wahrzeichen geschaffen. Diese Brücke steht symbolisch für New York und Amerika, versinnbildlicht den technischen Fortschritt und die Freiheit. Wie passend, war es schließlich der Wunsch nach Freiheit, der Röbling in die Ferne trieb. Mehr

Weimar als Exil

Erfahrungsräume französischer Revolutionsemigranten 1792–1803 (Friedemann Pestel)

von PD Dr. Thomas Höpel

Im Zuge der Ablösung der großen strukturalistischen Entwürfe über die Wirkung der Französischen Revolution von 1789 durch vermehrt kulturgeschichtliche Studien insbesondere nach 1989 wurden auch die Emigranten, die aufgrund der Revolution Frankreich verließen, unter neuen Gesichtspunkten zum Objekt der Forschung. Um kulturellen und technologischen Transfers auf die Spur zu kommen, drängte sich die Erforschung der Emigranten als potentielle Mittler auf.  Mehr

Ein deutscher Prinz in England

Biografie über Albert von Sachsen-Coburg und Gotha (Hans-Joachim Netzer)

von Robert Eberhardt

Die Hochzeit Prinz Williams mit Catherine Middleton am 29. April gilt dieses Jahr als Höhepunkt  des weltweiten Medienboulevards, welcher die Aufmerksamkeit einmal mehr auf das englische Königshaus lenkt. Wer mag, kann dies zum Anlass nehmen, sich mit den Thüringer Wurzeln der britischen Royals zu beschäftigen, denn seit 1840 trug die Familie den Namen des wettinischen Hauses Sachsen-Coburg-Gotha und legte diesen erst im Zuge des Ersten Weltkrieges am 17. Juli 1917 zugunsten der Bezeichnung „Windsor“ ab. Mehr

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