„Vielleicht ist dein Grün mein Blau“

Der Verein „Jugend für Dora“ e.V. engagiert sich seit zwei Jahrzehnten für die Erinnerung an das KZ Mittelbau-Dora

von Andreas Froese-Karow

Logo des Vereins (Quelle: Homepage "Fahnen der Erinnerung")

Logo des Vereins (Quelle: Homepage „Fahnen der Erinnerung“)

Seit 20 Jahren setzt sich der Verein Jugend für Dora e.V. für ein lebendiges Gedenken an das Konzentrationslager Mittelbau-Dora in der Harzregion ein. Dieses runde Jubiläum feiern die Mitglieder des Vereins – etwa 60 Jugendliche und junge Erwachsene – nun mit einer Sonderausstellung, die derzeit in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora zu sehen ist. Sie zeigt die wechselvolle Geschichte eines wohl einzigartigen Vereins, der sich mit kreativen, innovativen und Aufmerksamkeit erzeugenden Projekten dafür einsetzt, die Erinnerung an das KZ Mittelbau-Dora im öffentlichen Raum wieder sichtbar und bewusst zu machen.

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Die Weimarer Hofkapelle 1683–1851

Personelle Ressourcen. Organisatorische Strukturen. Künstlerische Leistungen

von Christian Ahrens

Coverbild: Weimarer Stadtschloss, perspektivische Ansicht des Festsaals; aquarellierte Fe-derzeichnung, ca. 1830 (Klassik Stiftung Weimar, Bestand Museen, Inv.-Nr. PK 256)

Coverbild: Weimarer Stadtschloss, perspektivische Ansicht des Festsaals; aquarellierte Fe-derzeichnung, ca. 1830 (Klassik Stiftung Weimar, Bestand Museen, Inv.-Nr. PK 256)

Dem Idealbild einer Hofkapelle entspricht die von Sachsen-Weimar ganz und gar nicht. Weder existierte sie über Jahrhunderte hinweg und konnte sich kontinuierlich entwickeln, noch waren in ihr überwiegend fest angestellte Kapellmusiker tätig, so dass man allenfalls bei außergewöhnlichen Besetzungsproblemen andere Musiker zur Verstärkung heranziehen musste. Nach zwanzigjähriger Vakanz 1683 neu gegründet, bestand sie formal lediglich 52 Jahre und dann erst wieder ab 1775.
1735 entließ Herzog Ernst August I. (1688–1748) sämtliche Kapellmitglieder. Sein Sohn Constantin II. (1737–1748) hatte für den Regierungsantritt 1755 die Aufstellung einer ‚neuen’ Kapelle zielstrebig vorbereitet, verstarb jedoch schon nach drei Jahren. Da dessen Sohn Carl August (1757–1828) erst 1775 die Regierungsgeschäfte

übernehmen konnte, kamen nach bisheriger Auffassung in einem Zeitraum von 30 Jahren größere musikalische Aktivitäten weitgehend zum Erliegen oder konnten nur von Laien aufrechterhalten werden. Eine genaue Untersuchung der Quellen beweist jedoch, dass die Kapelle in den Jahren 1735–1755 ihre Aktivitäten in vollem Umfang aufrechterhalten konnte; ebenso in der Zeit der Vormundschaft für Carl August durch dessen Mutter Anna Amalia (1739–1807). Und zwar mit ausgebildeten, leistungsfähigen Musikern, die in anderen Positionen am Hof oder beim Militär angestellt waren. Mehr

„Mäi senn noch doa, denn mäi honns en Bloot!“

Zur Mundart im Landkreis Schmalkalden-Meiningen

von Dr. Christel Siegmund

Mitarbeiter der Mundartgruppe zur Ausstellung im Schlossmuseum Meiningen (2011). Foto: Christel Siegmund

Mitarbeiter der Mundartgruppe zur Ausstellung im Schlossmuseum Meiningen (2011). Foto: Christel Siegmund

Der Heimatbund des Kreises Schmalkalden-Meiningen fühlt sich verpflichtet, die Heimatverbundenheit der Bürger zu stärken und durch Traditionspflege zur Bewahrung des Brauchtums beizutragen. In unserem Kreis gibt es in zahlreichen Orten viele Aktivitäten, die sich mit der Mundart ihres Ortes beschäftigen, um das lebendige sprachliche Denkmal weiter zu erhalten. Wir wollen die Freunde der Mundart im Kreis beim Verwirklichen dieser historisch wertvollen Aufgabe unterstützen.

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Leerer Sockel

200 Jahre Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach

von Robert von Lucius

Leerer Sockel: Carl-Alexander-Denkmal am Goetheplatz. Foto: Vitold Muratov (CC-Lizenz Wikimedia)

Leerer Sockel: Carl-Alexander-Denkmal am Goetheplatz. Foto: Vitold Muratov (CC-Lizenz Wikimedia)

Die Anregungen, die das deutsche und europäische Kulturerbe Thüringen und vor allem Weimar zu verdanken haben, sind offenkundig. Weniger geläufig sind die Impulse, die von Weimar ausgingen auf Demokratie und Bürgergesellschaft. Sie standen im Mittelpunkt der Feiern zur Erhebung zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach vor 200 Jahren beim Wiener Kongress.  Dazu luden der Chef des Hauses, Michael-Benedikt Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach; Christian Carius als Präsident des Thüringer Landtages; Hellmut Seemann als Präsident der Klassik Stiftung Weimar; sowie Bernhard Post, Direktor des Thüringischen Hauptstaatsarchivs – es liegt natürlich in Weimar nur wenige Schritte entfernt vom Ort des Festaktes, dem Festsaal des Stadtschlosses. Mehr

KulturFluss – Zur Archäologie des mittleren Saaletals

KulturFluss – Eine Ausstellung über die Archäologie des mittleren Saaletals aus 150 Jahren „Ur- und Frühgeschichtliche Sammlung der Uni Jena“

von Peter Ettel und Florian Schneider

flyer ausstellung kulturflussArchäologie ist die Wissenschaft vom Ausgraben, vom Sichtbarmachen des Verborgenen – eine Wissenschaft, die auch deshalb fasziniert, weil das visuelle Verschwinden der Dinge oft mit ihrem physischen Verfall einhergeht und Archäologen daher gezwungen sind, sich bei der Erforschung weit zurückliegender Zeiten auf wenige Hinweise zu stützen. Archäologie ist aber immer mehr als  Ausgraben: Zu jeder Ausgrabung gehört die Auswertung und zu jeder Auswertung gehören die archäologischen Fundstücke; keines ist ohne das andere denkbar.

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Herder und die Kultur in Thüringen

von Michael Maurer

"Johann Gottfried Herder - Leben und Werk", erschienen im Böhlau Verlag (Public Domain).

„Johann Gottfried Herder – Leben und Werk“, erschienen im Böhlau Verlag (Public Domain).

Der aus Ostpreußen gebürtige Prediger und Schriftsteller Johann Gottfried Herder (1744-1803) verbrachte den größten Teil seines Erwachsenenlebens in Weimar (von 1776 bis zu seinem Tode). Als wahrer Aufklärer legte er größten Wert darauf, nicht nur sein lokales Publikum anzusprechen (von der Kanzel der Stadtkirche St. Peter und Paul, die heute meist ‚Herderkirche‘ genannt wird – sein Denkmal steht seit 1850 davor!), sondern auch als Schriftsteller die ganze deutsche Nation. Schon seit seinen jungen Jahren (als Schullehrer und Prediger in Riga, später als Superintendent in Bückeburg) publizierte er unermüdlich: nicht nur Theologisches, sondern vor allem auch Philosophisches, Gedichte, Prosa, Volkslieder, Nachdichtungen und Übersetzungen aus verschiedenen Sprachen und sogar eigene Zeitschriften. Er gilt allgemein als ‚der große Anreger‘: für einen erweiterten Begriff von Dichtung (Volksdichtung, Weltliteratur), für eine entsprechende Würdigung des Menschen als eines Sinneswesens (er betonte vor allem das Ohr und die Hand, im Gegensatz zur Akzentuierung des Auges durch die Aufklärer und eine lange abendländische Tradition), für ein adäquates Verständnis von Kultur.  Mehr

Jüdisches Leben in Thüringen entdecken

Eine Zeitreise zu Jenaer Juden in 148 Biogrammen
978-3-942176-30-9

Der Einband des am 27. Januar 2015 erschienenen Buches.

von Friederike Günther

Nicht weit von Jena entfernt liegt mit der Alten Synagoge in Erfurt ein Beweis für das blühende jüdische Leben in Thüringen. Zwischen beiden Orten mahnt jedoch auch die Gedenkstätte Buchenwald an dessen schreckliches Ende. Der Jenaer Arbeitskreis Judentum hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an das jüdische Leben in der Stadt wachzuhalten. Mit dem Buch Juden in Jena schuf er 1998 ein erstes Werk über das Judentum in Jena vom Mittelalter bis zum Holocaust. Nun, 17 Jahre später, geben der Verein für Jenaer Stadtgeschichte e.V. und das Stadtmuseum Jena in Zusammenarbeit mit dem Jenaer Arbeitskreis Judentum das Buch Jüdische Lebenswege in Jena – Erinnerungen, Fragmente, Spuren und damit eine Überarbeitung und Erweiterung der damaligen Erkenntnisse heraus.

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Thüringer Freimaurerlogen und ihre Bibliotheken

von Johannes Mangei

Exemplar der Veröffentlichung „Gründliche Nachricht von den Freymaurern“ (Frankfurt, 1740) mit noch nicht identifiziertem Stempel

Exemplar der Veröffentlichung „Gründliche Nachricht von den Freymaurern“ (Frankfurt, 1740) mit noch nicht identifiziertem Stempel

Noch heute wird in der Freimaurerei gelegentlich ein rätselhafter Geheimbund gesehen, der mit Verschwörungstheorien und unzutreffenden Darstellungen aus Hollywood-Filmen in Verbindung gebracht wird. Tatsächlich handelt es sich um eine friedliche, humanitäre Gesellschaft, die Ideale wie „Mäßigkeit“ und „Barmherzigkeit“ zu ihren Tugenden zählt. Mehr

Die Wiederbeschaffung von Büchern für die Herzogin Anna Amalia Bibliothek

Ein Zwischenbericht zum 10. Jahrestag des Brandes

von Katja Lorenz

Rokokosaal in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek (© Klassik Stiftung Weimar, Foto: Maik Schuck)

Am 2. September 2004 verbrannten in der Weimarer Herzogin Anna Amalia Bibliothek 50.000 Bücher, die auf der ehemaligen Zweiten Galerie des Rokokosaals untergebracht waren. Weitere 25.000 stark verkohlte Buchblöcke und Fragmente wurden aus dem Brandschutt geborgen und im Leipziger Zentrum für Bucherhaltung gefriergetrocknet. Diese sogenannten ‚Aschebücher‘ werden seit 2009 gesichtet, identifiziert und in einer Spezialwerkstatt für brandgeschädigtes Schriftgut restauriert. Mehr

Lutherland Thüringen

Der Freistaat auf dem Weg zum Reformationsjubiläum „Luther 2017“

von Dr. Thomas A. Seidel

Luther_2017_RGB_klein„Am Anfang war das Wort“  – „In the beginning was the word“ – „En el principio era el Verbo“ – „Au commencement était la Parole“.
Dieses Zitat aus der Bibel, aus dem Johannes-Evangelium im Neuen Testament, wird als Botschaft weltweit verstanden und ist das Leitwort der kommenden Jahre. 2008 begann die Reformationsdekade „Luther 2017“ mit acht thematisch gestalteten Jahren, die 2017 in die Feierlichkeiten „500 Jahre Reformation“ münden. Mehr

Der berühmte Dr. Heim aus Solz

von Tobias Fuhrmann

luftbild-solz_webZwischen Werratal und Rhön liegen viele schöne und beschauliche Ortschaften. Einige sind so beschaulich, dass sie mittlerweile kaum noch auf einer Landkarte erscheinen oder — wie könnte es in Zeiten des demografischen Wandels und knapper Staatskassen anders sein? — eingemeindet werden. Solz ist eine davon.  Mehr

Fromme Zwerge, geile Ritter und Pflaumenmus liebende Drachen

Ein sagenhaftes Buch über Thüringen

von Maximilian Gränitz

Sagenhaftes Thüringen

Sagenhaftes Thüringen, erschienen im amicus-Verlag

Normalerweise ist ein Buch über Thüringer Sagen keine Sensation. Seit vielen Jahren existieren verschiedenste Ausgaben über die phantasievollsten Erzählungen unerklärlicher Ereignisse oder geheimnisvoller Sagengestalten. Doch der gebürtige Jenaer Klaus Fischer springt nicht auf die Welle der Nacherzählung auf; in seinem Buch Sagenhaftes Thüringen präsentiert er   bekannte und vergessene Geschichten, geschrieben mit großer Liebe und in humorvoller Weise weitergedacht. Optisch überzeugt Fischers Werk  mit einem farbenprächtigen Einband und Illsutrationen von Peter Muzeniek und Host Hausotte.

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„Hätten Sie nicht Lust, sich hier auf dem Thüringer Wald einmal umzusehen?“

Johannes Brahms auf Schloss Altenstein

von Renate und Kurt Hofmann

Johannes Brahms im Park des Arenberg-Palais in Wien sitzend (Fotografie von Maria Fellinger, 1. Mai 1895)

Johannes Brahms im Park des Arenberg-Palais in Wien sitzend (Fotografie von Maria Fellinger, 1. Mai 1895)

„Hätten Sie nicht Lust, sich hier auf dem Thüringer Wald einmal umzusehen? Wenn Sie die Hirsche schreien hören könnten, das wäre etwas für Sie! Freilich hören sie schon mit Mitte dieses Monats auf zu brüllen wie die Löwen, und wenn wir Sie auch für unser Leben gern so lange hier hätten, so werden Sie so lange nicht kommen mögen, obgleich ich nicht einsehe, warum Sie nicht ebenso gut hier zu Hause sein, hier ungestört, ja noch viel ungestörter sollten componiren, lesen, schreiben können, wie in Wien, und wandern könnten Sie hier doch noch ganz anders!!“ Mehr

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