Castles for future

„Schlösser – Herrenhäuser – Gutsanlagen in privater Hand – Lust und Last mit einem unwiederbringlichen Erbe“ – über ein Symposium auf Schloss Kannawurf (27.9.2019).

Von Robert Eberhardt.

„Danke, dass Sie nicht weggelaufen sind und sich für das Land verdient gemacht haben“ – mit starken Worte würdigte Ministerpräsident Bodo Ramelow die mehr als 50 „Eigentümer und Verrückten“, die an einem sonnigen Herbsttag seiner Einladung auf Schloss Kannawurf gefolgt waren, um über Frust und Freuden der privat getragenen Denkmalrettung zu diskutieren. 

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»Thüringen wollte 1945 nicht sowjetisiert werden!«

Der Hamburger Bildungshistoriker Alexander-Martin Sardina zeichnet 30 Jahre nach der Wende ein differenziertes Bild von den Rahmenbedingungen und dem Fremdsprachenunterricht in der SBZ und DDR und hebt zugleich die spezielle Rolle Thüringens nach dem Zweiten Weltkrieg hervor.

Thüringen ist ein besonderes Land in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) gewesen. Nicht nur wegen seiner landschaftlichen Schönheit oder seiner bodenständigen Küche, sondern weil sich die Thüringer als einzige in der SBZ fast ein Jahr lang gegen die Maßnahmen der sowjetischen Besatzer wehrten: In der Folge kam es zu Verhaftungen durch die Sowjetische Militäradministration (SMAD), zu Schauprozessen auch gegen Jugendliche sowie zu Deportationen nach Sibirien. Rudolf Paul (1893–1978), der damalige Ministerpräsident des Landes, floh in dem Kontext 1946 nach Frankfurt am Main.

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Durs Grünbein zu Gast in Breitungen

Durs Grünbein las im Rußwurmschen Herrenhaus.

Von Caroline Will.

Ein Frühlingsabend fern der Autobahnen: Das kleine Rittergut steht in Breitungen an der Werra, das eben nicht Berlin oder Rom ist, wo Durs Grünbein üblicherweise liest. Man muss viele, viele Serpentinen durch den Thüringer Wald fahren, um sich in der Eingangshalle mit Kamin, Steinboden und rustikalem Fachwerk wiederzufinden. Das Feuer brennt schon, als ich eintrete. Matthias Weichelt, Chefredakteur von „Sinn und Form“ und Grünbeins heutiger Gesprächspartner, rückt sich vor der Wärme zurecht. Trotz seines mondänen dichterischen Formats kommt Grünbein einfach in den Raum und setzt sich. Es ist kein Auftritt, niemand kündigt Grünbein an, das Luftanhalten ist minimal. Er gehört bereits dazu, trägt seine Ledertasche über der Schulter, Sonnenbrille. Und doch weist Verleger Robert Eberhardt, Vorsitzender der Gesellschaft Kulturerbe Thüringen e.V. und Gastgeber des Abends, in seiner Einleitung darauf hin, dass hier ein nobler und nobelpreiswürdiger Dichter Platz genommen hat. Hier auf dem Land rechne man in anderen Zeiteinheiten: Jean Paul war im Ort, Goethe, Seume, andere reisten hindurch, zuvor mittelalterliche Gelehrte in den einstigen Klöstern des Ortes, doch dann gebe es stets „epochale Pausen“.

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Berliner Studenten helfen bei der Rettung der „Krone“ in Schweina

An zwei verlängerten Wochenenden vermessen sie das geschichtsträchtige Gebäude, erstellen Nutzungskonzepte, sanieren, renovieren und lernen das Landleben in Thüringen kennenlernen

2019-05-20-Schweina_Krone_Studenten (7a)Am Ende musste das Los entscheiden: Mehr als 20 Studierende der Universität der Künste in Berlin hatten sich für den Kurs „Bauen im Bestand“ beworben, 15 von ihnen kamen letztes Wochenende zum ersten Arbeitseinsatz nach Schweina. Insgesamt an zwei verlängerten Wochenenden unterstützen sie die „Retter der Krone“ (Bürgerinitiative Krone Schweina e.V.) bei der denkmalgerechten Sanierung des historischen Gasthauses „Krone“. Das geschichtsträchtige und denkmalgeschützte Gebäude ist eines der ältesten im Ort. Angeleitet und begleitet werden die Berliner Studierenden von Professor Dr. Christoph Gengnagel und Alexander Hey, einem Experten in Sachen Aufmaß, Laserscanning und 3D-Modellierung. Initiiert hat das Projekt Martin Biedermann, Mitglied des Vereinsvorstandes der Kronenretter. Mehr

Ideenwettbewerb für die Todenwarthsche Kemenate in Schmalkalden

Todenwarthsche Kemenate_IdeenwettbewerbNeues Leben in alten Gemäuern: Die TodenwarthscheKemenate, ein Wahrzeichen im Stadtzentrum von Schmalkalden, braucht Ihre Ideen! Machen Sie mit! Egal, ob nüchtern pragmatisch, wirtschaftlich durchdacht, kreativ oder ein bisschen ausgeflippt: Senden Sie uns Ihre Vorschläge bis 31. Juli.

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Wie Burg Posterstein zum #Burgstaub kam — Geschichte & Geschichten

über Wie Burg Posterstein zum #Burgstaub kam — Geschichte & Geschichten

Ab Sonntag, 19. Mai 2019 zeigen wir die Ausstellung “Zum Wesen des Staubes: Staubexpeditionen auf Burg Posterstein mit Kunstwerken von Dr. Wolfgang Stöcker aus Köln. Dass der Gründer des Internationalen Staubarchivs auf Burg Posterstein aufmerksam und daraus eine Ausstellung wurde, ist keine Selbstverständlichkeit – sondern wieder einmal unserem tollen Netzwerk auf Twitter zu verdanken. Museumsarbeit…

 

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Kreatives Kahlaer Notgeld und Weimar als Symbolort

Thüringen in Wolfgang Kemps Buch „Wir haben ja alle Deutschland nicht gekannt“

Kemp__Wir haben ja alle_CoverNach 1918 musste sich Deutschland politisch und sozial neu definieren, aber sich auch als Land, als geografische und kulturelle Einheit neu entdecken. Es setzte ein Prozess ein, den man mit einem Begriff der Zeit als „Innere Kolonisation“ bezeichnen kann. Zur Kompensation der vielen Verluste machten sich Wissenschaftler und Künstler daran, jene Dimension zu erschließen, das „innere“ Deutschland also, seine einzigartige Kulturdichte. Unter dem Titel Wir haben ja alle Deutschland nicht gekannt. Das Deutschlandbild der Deutschen in der Zeit der Weimarer Republik nimmt der Kunsthistoriker Wolfgang Kemp die Sichtweisen von Schriftstellern, Grafikern oder Fotografen in den Blick, jener Menschen, die Deutschland entdecken wollten, frei von nationalen Stereotypen.

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Gewerbe früher und heute in Wernshausen

Schüler legen mit Projektarbeit Beitrag zur Chronik ihres Ortes vor

von Dr. Christel Siegmund

Gewerbe früher und heute Projektgruppe

Die Projektgruppe: Tobias Junge, Magnus Weisheit, Konrad Storandt und Leon Fleischmann.

Die Schüler Tobias Junge, Magnus Weisheit, Konrad Storandt und Leon Fleischmann von der Regelschule Breitungen haben sich im Schuljahr 2017/2018 in ihrer Projektarbeit über früheres und heutiges Gewerbe in Wernshausen intensiv mit der Entwicklung großer und kleiner Unternehmen von Wernshausen beschäftigt, wie Holzbau, Papierfabrik, Kammgarn, Sandvik, MALA sowie Bäckerei Frank, Fleischerei Rommel und Orthopädie Jakob. Der vorliegende Artikel berschreibt, wie sie diese Aufgabe bewältigten und welche inhaltlichen, methodischen und organisatorischen Probleme sie dabei lösten – unterstützt durch die Betreuerin Birgit Krech (Lehrerin) und mich (externe Betreuerin).

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Die Welt spricht KINDERGARTEN!

Kampagne und Petition für den Begriff „Kindergarten“ im öffentlichen Sprachgebrauch in Thüringen und Deutschland

Kampagneninformationen (zusammengestellt von Stefanie Kießling)

Kampagne: Die Welt spricht Kindergarten

Kampagne: Die Welt spricht Kindergarten

Kindergarten ist mehr als ein Wort. Kindergarten ist Lächeln, Glück und Liebe. In über 40 Sprachen präsent, ist der Begriff Kindergarten ausgerechnet in seinem Ursprungsland Deutschland auf bestem Wege zu verschwinden. Eine Kampagne will das nun ändern.
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Bad Liebensteins Wahrzeichen

Der Brunnentempel von 1816 ist fertig saniert

von Stefanie Kießling

Der Bad Liebensteiner BrunnentempelIn einigen Wochen soll es wieder für Kurgäste und Einwohner sprudeln, das Wasser im mehr als 200 Jahre alten Wahrzeichen der Stadt Bad Liebenstein: dem Brunnentempel. Mehr

Mundart mit Kindern – Aktivitäten – Erfahrungen – Ergebnisse – Hinweise – Probleme

Dr. Christel Siegmund stellt ihre Neuerscheinung vor

Die Notwendigkeit, unsere Kinder an die Mundart heranzuführen, ihr Interesse und ihr Verständnis für dieses lebendige sprachliche Denkmal zu wecken, ergibt sich aus der Dringlichkeit zum Erhalt dieser traditions- und geschichtsträchtigen, eng mit der regionalen Heimatkunde und dem Brauchtum verbundenen sowie aus dem erforderlichen Zusammenwirken der Generationen. Sie ist ein Zukunftsgarant, für das Weiterbestehen der Mundart „lebensnotwendig“.

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Neues über die Weimarer Republik und was wir daraus lernen können

Forscher der Universität Jena veröffentlichen erste Forschungsergebnisse

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Wenn wir an Weimar denken, fallen uns nicht nur kulturelle Größen der Klassik ein wie Goethe und Schiller und nicht nur die revolutionären Errungenschaften des Bauhaus. Wenn wir an Weimar denken, müssen wir auch an die dunklen Seiten der deutschen Geschichte erinnern, an das Konzentrationslager Buchenwald und an die unrühmliche Rolle der Weimarer Republik zwischen 1919 und 1933. Unrühmlich? Dieses Bild haben Forscher der Friedrich-Schiller-Universität Jena genauer unter die Lupe genommen und jetzt erste Ergebnisse vorgelegt. Mehr

Die Macht der Bilder – Die Buchenwaldikone in der Analyse

von Sarah Ullrich

April 1945 – amerikanische Truppen erreichen die Stadt Weimar. Im benachbarten Konzentrationslager Buchenwald sollte das Lager zu Beginn des Monats komplett geräumt werden. Im Laufe der achtjährigen Bestandszeit gelang es politischen Gefangenen, meist Kommunisten unterschiedlicher Nationalität, eine illegale Widerstandsorganisation aufzubauen, das Illegale Lagerkomitee. Diesem gelang es mit dem Luftangriff auf Buchenwald wenige Monate zuvor, Waffen aus dem daneben liegenden Gustloffwerk, einer ab 1943 entstandenen Waffen- und Munitionsfabrik, ins Lager zu schmuggeln und zu verstecken. Mit den Transporten Anfang April 1945 von Buchenwald in andere noch nicht befreite Konzentrationslager des Deutschen Reichsgebietes, sollte Buchenwald vor dem Eintreffen der Alliierten geräumt werden. Das Illegale Lagerkomitee rief zum Boykott auf, spielte auf Zeit; weil die US amerikanischen Truppen bereits vor Erfurt standen und auf dem Ettersberg das Frontgefeuer zu hören war. Schlussendlich gelang es der SS nicht mehr, alle im Lager inhaftierten Menschen aus Buchenwald zu bringen, sodass etwa 21000 Menschen die Befreiung erlebten. Dennoch griffen die Inhaftierten nicht zu den Waffen, aus Angst vor einem letzten Massaker seitens der SS. Mit den Räumungstransporten und dem Abziehen des Kommandanturstabes am Morgen des 11. April 1945 verblieben nur noch wenige Angehörige des Wachmannschaften im Lager. Am Vormittag des 11. April 1945, mit dem Sichten erster amerikanischer Panzer in der Umgebung des Lagers, fällt die Entscheidung: Das Illegale Lagerkomitee ruft zum bewaffneten Widerstand auf, die letzten Angehörigen der SS werden gefangen gesetzt, das Komitee übernimmt kurzzeitig die Verwaltung des Lagers bis es an die eintreffenden US amerikanischen Truppen übergeben werden kann. Diese beginnen sich um die Überlebenden zu kümmern und die vorgefundenen Zustände zu dokumentieren. In diesem Zusammenhang entstand auch das hier besprochene Bild, am 16. April 1945. Mehr

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