Rückschau: Das Kleist-Jubiläum 2011 in Meiningen

Die Theaterstadt ehrte den „maßlosesten“ Dichter des 19. Jahrhunderts

von Florian Beck

Heinrich von Kleist (©Bild: Meininger Museen/Theatermuseum)

„[…] wer das Käthchen liebt, dem kann die Penthesilea nicht ganz unbegreiflich sein, sie gehören ja wie das + und – der Algebra zusammen, und sind ein dasselbe Wesen, nur unter entgegengesetzten Beziehungen gedacht.“ (Kleist an Heinrich Joseph von Collin, 8. Dezember 1808). Bereits vor dieser berühmten Aussage Kleists über seine beiden einzigartigen Damenheldinnen kommt der Dichter auf die Nähe der beiden Figuren zu sprechen: „[…] das [Käthchen, F.B.] ist die Kehrseite der Penthesilea, ihr anderer Pol, ein Wesen, das ebenso mächtig ist durch gänzliche Hingebung, als jene durch Handeln.“  (Kleist am Marie von Kleist, Spätherbst 1807). In Heinrich von Kleist verband sich alle Maßlosigkeit: das + und –, das Fühlen, das Handeln sowohl von Käthchen als auch von Penthesilea.

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von Ettore Ghibellino

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