Ein kleines Schloss im Zentrum Europas

Der „Musenhof Löbichau“ versammelte Künstler und Politiker in der Thüringer Provinz

von Marlene Hofmann

Historische Ansicht des Schlosses Löbichau – Quelle: Museum Burg Posterstein

Zar Alexander I. von Russland war einmal zu Besuch, Johann Wolfgang von Goethe ebenfalls. Der Dichter Jean Paul blieb 1819 gleich mehrere Wochen, das Schriftstellerpaar Christoph August Tiedgke und Elisa von der Recke gehörten zu den Dauergästen. Zahlreiche illustre Besucher kamen zwischen 1795 und 1821 die Löbichauer Sommerresidenz der Herzogin Anna Dorothea von Kurland (1761–1821), darunter viele Künstler und Politiker, adelige wie bürgerliche. Die weltgewandte Dame verfügte über hervorragende Kontakte in die höchsten gesellschaftlichen Kreise Europas. Im Laufe der Jahre war sie Gast an den Höfen in Berlin, Warschau, Neapel, St. Petersburg, Wien und Paris, eine Privataudienz beim Papst nicht zu vergessen. Ihr Löbichauer Schloss lag aus damaliger Sicht günstig, wenn man sich auf dem Weg von Berlin nach Wien oder von Paris ins schöne Karlsbad befand – und Gäste waren dort immerzu willkommen. Mehr

Stromausfall im Bauhaus

Ein Kunstabenteuer

von Kathleen Heimrich

„Verzeihen Sie, wenn ich störe, aber was machen Sie denn in dieser Kiste? Sie gehören doch in den Küchenschrank!“ stellt Paul fest und richtet seine Frage an eine Kaffeekanne mit Goldrand, welche er im Keller des Bauhaus findet. Paul ist der Sohn des Hausmeisters im Bauhaus und geht während eines Stromausfalls mit seiner Taschenlampe auf Entdeckungsreise durch die Kellerräume der Kunsthochschule. Hier trifft er auf zahlreiche ausgesonderte Dinge, die ihm immer wieder erklären, dass sie für diese neue Kunstrichtung nicht „funktional“ genug sind. Mehr