Hier fand Mitterrand Deutschland

Länderporträt: Thüringen

von Robert von Lucius

Goethes Gartenhaus

„Wie mir die Gegend so lieb ist“ – wer durch Thüringen fährt, wird des Öfteren denken müssen an diese Liebeserklärung Goethes an seine Heimat, das „grüne Herz Deutschlands“. Nicht nur geographisch – mehrere Dörfer streiten sich darum, der Mittelpunkt Deutschlands zu sein -, sondern auch kulturhistorisch steht Thüringen so sehr im Kern wie kaum eine andere Region. Das den beiden Dichterfürsten gewidmete Denkmal in Weimar, in dem Goethe und Schiller einander den Lorbeerkranz reichen, sehen manche als „das“ Denkmal schlechthin deutscher Kultur und das nahe Goethe-Schiller-Archiv als die Schatzkammer deutschen Geistes. Die Aufschrift am Sockel ließe anderswo Stirne kräuseln, hier nicht: „Dem Dichterpaar Goethe und Schiller. Das Vaterland“. Mehr

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„In meine Heimath von Thüringen kömmt keine Post …“

Der Dichter Wilhelm Heinse (1746–1803)

von Stefanie Kießling

Heinses Büste

Wer kennt es nicht, das Lamento über die Abwanderung aus Thüringen? Junge und hoch qualifizierte Leute finden hier selten den richtigen Wirkkreis, allenfalls die wenigen Wirtschafts- und Bildungszentren wie Jena und Erfurt ziehen Studenten und Arbeitskräfte magnetisch an. Der ländliche Raum vermag junge Menschen hingegen kaum an sich zu binden. Wer kann, zieht in die Ferne – wer eigentlich bleiben will, oft auch, der Arbeit hinterher. Kulturstädte und historische Kleinode werden zu schön anzuschauenden Museumskulissen – und nur allzu selten tobt in ihnen noch das pralle Leben. Wer an Eindrücken und Erfahrung reich aus der Fremde in die Heimat zurückkehrt, entsetzt sich mitunter an der spürbaren Ereignislosigkeit. Mehr

Ein deutscher Prinz in England

Biografie über Albert von Sachsen-Coburg und Gotha (Hans-Joachim Netzer)

von Robert Eberhardt

Die Hochzeit Prinz Williams mit Catherine Middleton am 29. April gilt dieses Jahr als Höhepunkt  des weltweiten Medienboulevards, welcher die Aufmerksamkeit einmal mehr auf das englische Königshaus lenkt. Wer mag, kann dies zum Anlass nehmen, sich mit den Thüringer Wurzeln der britischen Royals zu beschäftigen, denn seit 1840 trug die Familie den Namen des wettinischen Hauses Sachsen-Coburg-Gotha und legte diesen erst im Zuge des Ersten Weltkrieges am 17. Juli 1917 zugunsten der Bezeichnung „Windsor“ ab. Mehr

Jean Paul: Weimar-Berlin-Meiningen

Vorstellung des neuen Bandes der Jean-Paul-Briefedition

von Robert Eberhardt

Prof. Norbert Miller

BERLIN – Ein erster Berliner Frühlingsabend. Vor dem Festspielhaus am Gendarmenmarkt Vogelkonzert unter gerötetem Himmel, als in der nahen Akademie der Wissenschaften am 21. März 2011, dem 248. Geburtstag Jean Pauls, Band 4 der Briefedition des Dichters (1763–1825) vorgestellt wird. Er betrifft Schreiben an ihn während seiner Zeit in Berlin, Meiningen und Coburg: ein Lebensabschnitt, in dem der Dichter geradezu als „Popstar“ gefeiert wird, er die Berliner Salons frequentiert, seine Ehefrau findet und schließlich doch die preußische Kapitale verlässt und in die thüringische Provinz, nach Meiningen, zieht. Mehr

Histoire culturelle de Weimar

Vortrag von Annette Seemann in Paris

von Robert Eberhardt

PARIS – Ungenannte Verbindungen der französischen Hauptstadt zu Thüringen, historische Verknüpfungen und kulturelle Brücken, ja gar direkte Verweise im Stadtbild gibt es an der Seine in unerwarteter Menge, wie wir in einem extra Beitrag noch berichten werden. Explizit wurde neulich das Kulturphänomen „Weimar“ von Annette Seemann vorgestellt. Die studierte Romanistin, Journalistin, Autorin von zahlreichen Büchern und Vorsitzende des Freundeskreises der Anna-Amalia-Bibliothek skizzierte mit einem Vortrag am Goethe-Institut die reiche Kulturgeschichte der ehemaligen Residenzstadt an der Ilm. Mehr

Eiserne Ritterromantik und eine junge Adelsfamilie

Johanniterburg Kühndorf

von Robert Eberhardt

Die Johanniterburg Kühndorf ist als einziges privates Objekt der Thüringer Burgenstraße ein echter „Geheimtipp“ und lädt mit einem kulturellen Programm jedes Jahr von Frühling bis Herbst Geschichtsinteressierte und Burgenfans in ihre Mauern. Schlossherr Konstantin von Eichborn, dessen Eltern die Anlage 1991 erwarben, bewirtschaftet die Burg mit seiner Frau und hat in den letzten Jahren eine nicht unbedeutende „Fangemeinde“ für seine Burg gewinnen können. Die Räumlichkeiten können für Feiern, Familientreffen oder Tagungen gemietet werden, mehrere Ferienwohnungen stehen zur Verfügung. Mehr

Non dormire – Niemals schlafen

Die Erfurter Familie von Lucius

von Robert von Lucius

ERFURT – Über 320 Jahre währt die Verbindung der bedeutenden Bürgerfamilie (von) Lucius zur Stadt Erfurt. Mit der Benennung einer staatlichen berufsbildenden Schule in „Sebastian-Lucius-Schule“ im März 2008 wurde die Familie, aus der zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten hervorgingen, wieder ins regionale Bewusstsein gerückt. Anlässlich der Namensgebung hielt der Journalist und Autor Robert von Lucius eine Rede, deren historisch interessante Abschnitte wiedergegeben werden und die über besagte Erfurter Familiengeschichte informieren: Mehr