Meiningen – Musenhof zwischen Weimar und Bayreuth

Eine innovative Ausstellung im Schloss Elisabethenburg, vorgestellt von der Kuratorin

von Maren Goltz

Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen (1826-1914) und Freifrau Helene von Heldburg um 1890

Welche Regenten des Hauses Sachsen-Meiningens förderten Kunst und Kultur in besonderem Maße? Womit sorgte das kleine Herzogtum an der Wende des 19. zum 20. Jahrhundert in ganz Europa künstlerisch für Furore? Wovon war Max Reger zeitweise abhängig? Wer war Hans von Bülow? Und was heißt eigentlich musikalische Interpretation? – Kulturgeschichte zum Anfassen, Anschauen und Hinhören erleben Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen in der seit 23. Juni 2011 vollständig zugänglichen Ausstellung „Meiningen – Musenhof zwischen Weimar und Bayreuth“ in den ehemaligen Wohnräumen Herzog Georgs II. und Helene Freifrau von Heldburg. Das innerhalb von vier Jahren im südwestlichen Bereich der Oberen Galerie von Schloss Elisabethenburg realisierte Gesamtprojekt wurde maßgeblich unterstützt von der Stiftung Meininger Kliniken, der Stadt Meiningen sowie der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und der Rhön-Rennsteig-Sparkasse. Mehr

500 Jahre Reformation

Die Vorbereitungen zum Reformationsjubiläum 2017 – ein Werkstattbericht

von Dr. Stefan Rhein

Das Lutherporträt Cranachs von 1528 diente als Vorlage des Logos der Lutherdekade.

Wer in den letzten Monaten die Betriebsamkeit von Landesregierungen, Stadtparlamenten, Konsistorien, Kirchengemeinden und Kulturinstitutionen verfolgte, konnte zur Auffassung kommen, dass das Reformationsjubiläum unmittelbar bevorsteht. In der breiten Öffentlichkeit sind Hoffnungen für eine vertiefte Ökumene auf 2017 hin formuliert worden, ja in manchen Köpfen und Gazetten tauchte sogar die Aufhebung des Banns gegen Martin Luther durch den Papst als Forderung und Hoffnung auf. Mehr

“Madame Royale” – eine versteckte französische Prinzessin?

Das kulturelle Erbe von Dunkelgraf und Dunkelgräfin

von Thomas Meyhöfer

Grab der Dunkelgräfin nach einer Zeichnung von P. Ahrens / um 1850

HILDBURGHAUSEN – Es mag merkwürdig erscheinen, aber ein kulturelles Erbe ist nicht nur denjenigen historischen Persönlichkeiten zu verdanken, die im Rampenlicht standen und die durch ihr Schaffen in Literatur, Wissenschaft oder Kunst hervortraten, sondern auch Personen, die die Öffentlichkeit geradezu mieden und selbst kaum etwas Materielles hinterließen. Für wen könnte dies besser zutreffen als für jenes seltsame Paar, das vor 200 Jahren in Südthüringen zurückgezogen lebte und seit Mitte des 19. Jahrhunderts als Dunkelgraf und Dunkelgräfin bekannt ist? Mehr

Weimar als Exil

Erfahrungsräume französischer Revolutionsemigranten 1792–1803 (Friedemann Pestel)

von PD Dr. Thomas Höpel

Im Zuge der Ablösung der großen strukturalistischen Entwürfe über die Wirkung der Französischen Revolution von 1789 durch vermehrt kulturgeschichtliche Studien insbesondere nach 1989 wurden auch die Emigranten, die aufgrund der Revolution Frankreich verließen, unter neuen Gesichtspunkten zum Objekt der Forschung. Um kulturellen und technologischen Transfers auf die Spur zu kommen, drängte sich die Erforschung der Emigranten als potentielle Mittler auf.  Mehr

Hier fand Mitterrand Deutschland

Länderporträt: Thüringen

von Robert von Lucius

Goethes Gartenhaus

„Wie mir die Gegend so lieb ist“ – wer durch Thüringen fährt, wird des Öfteren denken müssen an diese Liebeserklärung Goethes an seine Heimat, das „grüne Herz Deutschlands“. Nicht nur geographisch – mehrere Dörfer streiten sich darum, der Mittelpunkt Deutschlands zu sein -, sondern auch kulturhistorisch steht Thüringen so sehr im Kern wie kaum eine andere Region. Das den beiden Dichterfürsten gewidmete Denkmal in Weimar, in dem Goethe und Schiller einander den Lorbeerkranz reichen, sehen manche als „das“ Denkmal schlechthin deutscher Kultur und das nahe Goethe-Schiller-Archiv als die Schatzkammer deutschen Geistes. Die Aufschrift am Sockel ließe anderswo Stirne kräuseln, hier nicht: „Dem Dichterpaar Goethe und Schiller. Das Vaterland“. Mehr

„In meine Heimath von Thüringen kömmt keine Post …“

Der Dichter Wilhelm Heinse (1746–1803)

von Stefanie Kießling

Heinses Büste

Wer kennt es nicht, das Lamento über die Abwanderung aus Thüringen? Junge und hoch qualifizierte Leute finden hier selten den richtigen Wirkkreis, allenfalls die wenigen Wirtschafts- und Bildungszentren wie Jena und Erfurt ziehen Studenten und Arbeitskräfte magnetisch an. Der ländliche Raum vermag junge Menschen hingegen kaum an sich zu binden. Wer kann, zieht in die Ferne – wer eigentlich bleiben will, oft auch, der Arbeit hinterher. Kulturstädte und historische Kleinode werden zu schön anzuschauenden Museumskulissen – und nur allzu selten tobt in ihnen noch das pralle Leben. Wer an Eindrücken und Erfahrung reich aus der Fremde in die Heimat zurückkehrt, entsetzt sich mitunter an der spürbaren Ereignislosigkeit. Mehr

Ein deutscher Prinz in England

Biografie über Albert von Sachsen-Coburg und Gotha (Hans-Joachim Netzer)

von Robert Eberhardt

Die Hochzeit Prinz Williams mit Catherine Middleton am 29. April gilt dieses Jahr als Höhepunkt  des weltweiten Medienboulevards, welcher die Aufmerksamkeit einmal mehr auf das englische Königshaus lenkt. Wer mag, kann dies zum Anlass nehmen, sich mit den Thüringer Wurzeln der britischen Royals zu beschäftigen, denn seit 1840 trug die Familie den Namen des wettinischen Hauses Sachsen-Coburg-Gotha und legte diesen erst im Zuge des Ersten Weltkrieges am 17. Juli 1917 zugunsten der Bezeichnung „Windsor“ ab. Mehr

Jean Paul: Weimar-Berlin-Meiningen

Vorstellung des neuen Bandes der Jean-Paul-Briefedition

von Robert Eberhardt

Prof. Norbert Miller

BERLIN – Ein erster Berliner Frühlingsabend. Vor dem Festspielhaus am Gendarmenmarkt Vogelkonzert unter gerötetem Himmel, als in der nahen Akademie der Wissenschaften am 21. März 2011, dem 248. Geburtstag Jean Pauls, Band 4 der Briefedition des Dichters (1763–1825) vorgestellt wird. Er betrifft Schreiben an ihn während seiner Zeit in Berlin, Meiningen und Coburg: ein Lebensabschnitt, in dem der Dichter geradezu als „Popstar“ gefeiert wird, er die Berliner Salons frequentiert, seine Ehefrau findet und schließlich doch die preußische Kapitale verlässt und in die thüringische Provinz, nach Meiningen, zieht. Mehr

Histoire culturelle de Weimar

Vortrag von Annette Seemann in Paris

von Robert Eberhardt

PARIS – Ungenannte Verbindungen der französischen Hauptstadt zu Thüringen, historische Verknüpfungen und kulturelle Brücken, ja gar direkte Verweise im Stadtbild gibt es an der Seine in unerwarteter Menge, wie wir in einem extra Beitrag noch berichten werden. Explizit wurde neulich das Kulturphänomen „Weimar“ von Annette Seemann vorgestellt. Die studierte Romanistin, Journalistin, Autorin von zahlreichen Büchern und Vorsitzende des Freundeskreises der Anna-Amalia-Bibliothek skizzierte mit einem Vortrag am Goethe-Institut die reiche Kulturgeschichte der ehemaligen Residenzstadt an der Ilm. Mehr

Eiserne Ritterromantik und eine junge Adelsfamilie

Johanniterburg Kühndorf

von Robert Eberhardt

Die Johanniterburg Kühndorf ist als einziges privates Objekt der Thüringer Burgenstraße ein echter „Geheimtipp“ und lädt mit einem kulturellen Programm jedes Jahr von Frühling bis Herbst Geschichtsinteressierte und Burgenfans in ihre Mauern. Schlossherr Konstantin von Eichborn, dessen Eltern die Anlage 1991 erwarben, bewirtschaftet die Burg mit seiner Frau und hat in den letzten Jahren eine nicht unbedeutende „Fangemeinde“ für seine Burg gewinnen können. Die Räumlichkeiten können für Feiern, Familientreffen oder Tagungen gemietet werden, mehrere Ferienwohnungen stehen zur Verfügung. Mehr

Non dormire – Niemals schlafen

Die Erfurter Familie von Lucius

von Robert von Lucius

ERFURT – Über 320 Jahre währt die Verbindung der bedeutenden Bürgerfamilie (von) Lucius zur Stadt Erfurt. Mit der Benennung einer staatlichen berufsbildenden Schule in „Sebastian-Lucius-Schule“ im März 2008 wurde die Familie, aus der zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten hervorgingen, wieder ins regionale Bewusstsein gerückt. Anlässlich der Namensgebung hielt der Journalist und Autor Robert von Lucius eine Rede, deren historisch interessante Abschnitte wiedergegeben werden und die über besagte Erfurter Familiengeschichte informieren: Mehr

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