Kultur des Sinnlichen

Ausstellung im Schiller-Museum Weimar und Forschungsprojekt

von Robert Eberhardt

Foto: Caren-Maria Jörß © Klassik Stiftung Weimar

Was verstehen wir eigentlich genau unter der epochalen Kunstperiode, die wir „Weimarer Klassik“ nennen, als deutsches Kulturgut erster Klasse bewahren und (teils) ehren? Meist ein eng definiertes Destillat, nämlich das Schrifttum, die literarischen und philosophischen Texte der großen Denker und Dichter der sogenannten Sattelzeit um 1800. Also Ideen, in Schrift und Druck zur Materie gebunden und weitergereicht. Mehr

„Gut kann nur sein, was mit Liebe getan wird.“

Die Meininger Museen erinnern an eine stadtbekannte Größe der Porträtfotografie – Carola Abel

von Kathleen Heimrich

Carola Abel bei der Arbeit, aufgenommen von einem unbekannten Fotografen

Wer heute ein besonderes Porträt von sich anfertigen lassen möchte, hat die berühmte Qual der Wahl. Unzählige Ateliers und Studios bieten ihre Dienste an, und sogar der Hobbyfotograf aus dem Freundeskreis beweist sichtbares Talent. Vor etwa 40 bis 60 Jahren fiel diese Entscheidung zumindest in Meiningen leichter. Ein Porträt der Fotografin Carola Abel war und ist bis heute etwas Besonderes. Jedoch war nicht immer gewiss, ob man das von der Lichtbildnerin geschossene Porträt am Ende auch wirklich bekam. Mehr

Interdisziplinäres Symposium „Bach als Lutheraner“

24.-28.02.2012 in Eisenach, veranstaltet von der Friedrich-Schiller-Universität Jena und dem Kirchenkreis Eisenach-Gerstungen

von Anja Conrad

Das im Jahr 2017 anstehende Reformationsjubiläum wirft seine Schatten weit voraus. Seit 2009 wird mit jährlichen Schwerpunktthemen auf das anstehende Großereignis aufmerksam gemacht, so dass auch das Jahr 2012 unter dem Thema „Reformation und Musik“ an musikalischen Veranstaltungen sicher nicht darben wird. – Warum also noch eine Veranstaltung zu diesem Thema, zu Luther und Bach? Mehr

Berlin als “Deutschlands Paris” – oder doch eher Weimar?

von Prof. Dr. Hans Ulrich Gumbrecht

Hans Ulrich Gumbrecht, Professor in Stanford

Kann Weimar nichts anderes sein als ein historisches Freilichtmuseum, von dessen provinziellem Rhythmus man sich als entsprechend gestimmter Bildungstourist gerne in die Zeit von Goethe, Schiller und Wieland tragen lässt? Was gäbe es für die kulturelle Zukunft Deutschlands von Weimar zu lernen? Und welche Alternative bietet es zu den hauptstadtzentristischen Tendenzen unserer Gegenwart? Darüber denkt Hans Ulrich Gumbrecht im folgenden Beitrag historisch und anregend nach. Mehr

Der Geist der Goethezeit im World Wide Web

Internetseite www.goethezeitportal.de informiert über bedeutende Periode der deutschen Kultur- und Literaturgeschichte

von Patrick Peters

Logo des Goethezeitportals

Als zeitlich fixierte Periode, die sich an der Schaffenszeit Johann Wolfgang Goethes von circa 1770 bis zum Tod des Meisters 1832 erstreckt, nimmt die Goethezeit innerhalb der deutschen Literatur- und Kulturgeschichte eine besondere Stellung ein: Diese rund 60 Jahre umfassen drei der künstlerisch produktivsten und hochwertigsten Epochen der deutschen Geistesgeschichte – die Aufklärung mit der Strömung des Sturm und Drang, die Weimarer Klassik und die Romantik. Sie haben eine lange Reihe hochkarätiger Werke der nationalen und Weltliteratur hervorgebracht – etwa Goethes Werther, Schillers Wallenstein und Heines Loreley, um jeweils nur einen Text aus jeder der drei Gattungen zu nennen – und versammeln eine Vielzahl an Autoren, die zu den besten Deutschlands, ja der Welt gehören. Mehr

Meiningen – Musenhof zwischen Weimar und Bayreuth

Eine innovative Ausstellung im Schloss Elisabethenburg, vorgestellt von der Kuratorin

von Maren Goltz

Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen (1826-1914) und Freifrau Helene von Heldburg um 1890

Welche Regenten des Hauses Sachsen-Meiningens förderten Kunst und Kultur in besonderem Maße? Womit sorgte das kleine Herzogtum an der Wende des 19. zum 20. Jahrhundert in ganz Europa künstlerisch für Furore? Wovon war Max Reger zeitweise abhängig? Wer war Hans von Bülow? Und was heißt eigentlich musikalische Interpretation? – Kulturgeschichte zum Anfassen, Anschauen und Hinhören erleben Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen in der seit 23. Juni 2011 vollständig zugänglichen Ausstellung „Meiningen – Musenhof zwischen Weimar und Bayreuth“ in den ehemaligen Wohnräumen Herzog Georgs II. und Helene Freifrau von Heldburg. Das innerhalb von vier Jahren im südwestlichen Bereich der Oberen Galerie von Schloss Elisabethenburg realisierte Gesamtprojekt wurde maßgeblich unterstützt von der Stiftung Meininger Kliniken, der Stadt Meiningen sowie der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und der Rhön-Rennsteig-Sparkasse. Mehr

500 Jahre Reformation

Die Vorbereitungen zum Reformationsjubiläum 2017 – ein Werkstattbericht

von Dr. Stefan Rhein

Das Lutherporträt Cranachs von 1528 diente als Vorlage des Logos der Lutherdekade.

Wer in den letzten Monaten die Betriebsamkeit von Landesregierungen, Stadtparlamenten, Konsistorien, Kirchengemeinden und Kulturinstitutionen verfolgte, konnte zur Auffassung kommen, dass das Reformationsjubiläum unmittelbar bevorsteht. In der breiten Öffentlichkeit sind Hoffnungen für eine vertiefte Ökumene auf 2017 hin formuliert worden, ja in manchen Köpfen und Gazetten tauchte sogar die Aufhebung des Banns gegen Martin Luther durch den Papst als Forderung und Hoffnung auf. Mehr

Jean Paul: Weimar-Berlin-Meiningen

Vorstellung des neuen Bandes der Jean-Paul-Briefedition

von Robert Eberhardt

Prof. Norbert Miller

BERLIN – Ein erster Berliner Frühlingsabend. Vor dem Festspielhaus am Gendarmenmarkt Vogelkonzert unter gerötetem Himmel, als in der nahen Akademie der Wissenschaften am 21. März 2011, dem 248. Geburtstag Jean Pauls, Band 4 der Briefedition des Dichters (1763–1825) vorgestellt wird. Er betrifft Schreiben an ihn während seiner Zeit in Berlin, Meiningen und Coburg: ein Lebensabschnitt, in dem der Dichter geradezu als „Popstar“ gefeiert wird, er die Berliner Salons frequentiert, seine Ehefrau findet und schließlich doch die preußische Kapitale verlässt und in die thüringische Provinz, nach Meiningen, zieht. Mehr

Histoire culturelle de Weimar

Vortrag von Annette Seemann in Paris

von Robert Eberhardt

PARIS – Ungenannte Verbindungen der französischen Hauptstadt zu Thüringen, historische Verknüpfungen und kulturelle Brücken, ja gar direkte Verweise im Stadtbild gibt es an der Seine in unerwarteter Menge, wie wir in einem extra Beitrag noch berichten werden. Explizit wurde neulich das Kulturphänomen „Weimar“ von Annette Seemann vorgestellt. Die studierte Romanistin, Journalistin, Autorin von zahlreichen Büchern und Vorsitzende des Freundeskreises der Anna-Amalia-Bibliothek skizzierte mit einem Vortrag am Goethe-Institut die reiche Kulturgeschichte der ehemaligen Residenzstadt an der Ilm. Mehr

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