Glücksburg mit DDR-Charme

Schöner könnte eine Burg nicht heißen: ein Besuch in der „Glücksburg“ in Römhild, in der leergefegten Südspitze Thüringens.

von Robert Eberhardt

Keine Industrieanlagen stören das Bild, die Landschaft ist weit, die geschwisterlichen Gleichberge wachen als Patrone über die Gegend und ein idyllisches und wenig dicht besiedeltes Thüringen zeigt sich hier wie nirgendwo sonst. Römhild im Kreis Hildburghausen liegt abgeschieden, auch nachdem die einst sich an die Stadt anschließende Sperrzone der innerdeutschen Grenze nicht mehr existiert. Viele wenig bekannte Sehenswürdigkeiten lassen sich in diesem Landstrich erkunden, darunter das Heimatmuseum „Glücksburg“ in der Mitte des Ortes. In einigen Räumen lebt immer noch DDR-Charme, doch ist das in den Mauern beherbergte Museum eine wahre Fundgrube für in dieser Abgeschiedenheit nicht erwartete Objekte. Mehr

Ein kleines Schloss im Zentrum Europas

Der „Musenhof Löbichau“ versammelte Künstler und Politiker in der Thüringer Provinz

von Marlene Hofmann

Historische Ansicht des Schlosses Löbichau – Quelle: Museum Burg Posterstein

Zar Alexander I. von Russland war einmal zu Besuch, Johann Wolfgang von Goethe ebenfalls. Der Dichter Jean Paul blieb 1819 gleich mehrere Wochen, das Schriftstellerpaar Christoph August Tiedgke und Elisa von der Recke gehörten zu den Dauergästen. Zahlreiche illustre Besucher kamen zwischen 1795 und 1821 die Löbichauer Sommerresidenz der Herzogin Anna Dorothea von Kurland (1761–1821), darunter viele Künstler und Politiker, adelige wie bürgerliche. Die weltgewandte Dame verfügte über hervorragende Kontakte in die höchsten gesellschaftlichen Kreise Europas. Im Laufe der Jahre war sie Gast an den Höfen in Berlin, Warschau, Neapel, St. Petersburg, Wien und Paris, eine Privataudienz beim Papst nicht zu vergessen. Ihr Löbichauer Schloss lag aus damaliger Sicht günstig, wenn man sich auf dem Weg von Berlin nach Wien oder von Paris ins schöne Karlsbad befand – und Gäste waren dort immerzu willkommen. Mehr

Italienische Renaissance in Thüringens Osten

Lindenau-Museum Altenburg und seine Sammlung früher italienischer Malerei

von Robert Eberhardt

"Lorenzo Monaco: Flucht nach Ägypten, um 1410

Besorgt schaut Joseph, den zahmen Esel am Seile führend, zurück: zu Maria, zu seinem Sohn. Die heilige Familie zieht durch einen düsteren Wald. Sie ist auf der Flucht nach Ägypten. In einer intensiven Farbigkeit hat Lorenzo Monaco aus Siena als Vertreter des „Weichen Stils“ diese Szene in ein gotisch gerahmtes Bildfeld gemalt, die Figuren gekonnt angeordnet und in eine dunkle, geheimnisvoll wirkende Umgebung gestellt. Die Farbintensität unterstreicht das Immaterielle, das Sakrale der Begebenheit. Das um 1410 entstandene Gemälde ist einer von vielen Schätzen des Lindenau-Museums in Altenburg. Mehr

Eiserne Ritterromantik und eine junge Adelsfamilie

Johanniterburg Kühndorf

von Robert Eberhardt

Die Johanniterburg Kühndorf ist als einziges privates Objekt der Thüringer Burgenstraße ein echter „Geheimtipp“ und lädt mit einem kulturellen Programm jedes Jahr von Frühling bis Herbst Geschichtsinteressierte und Burgenfans in ihre Mauern. Schlossherr Konstantin von Eichborn, dessen Eltern die Anlage 1991 erwarben, bewirtschaftet die Burg mit seiner Frau und hat in den letzten Jahren eine nicht unbedeutende „Fangemeinde“ für seine Burg gewinnen können. Die Räumlichkeiten können für Feiern, Familientreffen oder Tagungen gemietet werden, mehrere Ferienwohnungen stehen zur Verfügung. Mehr

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