Athen an der Saale
28 Jan 2012 Hinterlasse einen Kommentar
in Kritiken
Dichter und Gelehrte über Jena und seine Universität
von Robert Eberhardt
Das von Günter Schmidt herausgegebene Lesebuch möchte Texte aus allen Epochen versammeln, die sich der alten thüringischen Universitätsstadt, dem „Saale-Athen“, widmen und aus ihrer bewegten Geschichte berichten. Dafür wurde der Fokus recht weit gefasst und wir finden offizielle Schreiben ebenso wie persönliche Erinnerungen aus dem Alltäglichen oder Berichte aus Krisen- und Katastrophenzeiten. Ein Mindestmaß an sprachlicher und literarischer Qualität eint die Beiträge. Dass Jena nach Weimar die am häufigsten beschriebene Literaturstadt Thüringens ist und daher nur einige Fixsterne präsentiert wird, gibt der Herausgeber einleitend zur Kenntnis. Trotzdem ist ein Kompendium aus mehr als 130 Beiträgen entstanden, das Jena von vielen Perspektiven aus beleuchtet. Mehr
„Gut kann nur sein, was mit Liebe getan wird.“
26 Nov 2011 Hinterlasse einen Kommentar
in Kulturleben
Die Meininger Museen erinnern an eine stadtbekannte Größe der Porträtfotografie – Carola Abel
von Kathleen Heimrich
Wer heute ein besonderes Porträt von sich anfertigen lassen möchte, hat die berühmte Qual der Wahl. Unzählige Ateliers und Studios bieten ihre Dienste an, und sogar der Hobbyfotograf aus dem Freundeskreis beweist sichtbares Talent. Vor etwa 40 bis 60 Jahren fiel diese Entscheidung zumindest in Meiningen leichter. Ein Porträt der Fotografin Carola Abel war und ist bis heute etwas Besonderes. Jedoch war nicht immer gewiss, ob man das von der Lichtbildnerin geschossene Porträt am Ende auch wirklich bekam. Mehr
Luthers Schmalkaldische Artikel
02 Nov 2011 2 Kommentare
in Historie
von Prof. Dr. Siegfried Hermle
Die Schmalkaldischen Artikel sind bis heute Bekenntnisschrift der Evangelischen Kirche. Der folgende Text (die Wortfassung eines Vortrags, der am 3.9.2011 in Schmalkalden gehalten wurde) führt die Voraussetzungen vor Augen, die zum Verständnis jener Vorgänge unabdingbar waren. Dies erfolgt in drei Abschnitten: Erstens ist die Frage nach einem Konzil in der Reformationszeit zu klären, zweitens wird der Schmalkaldische Bund selbst näher zu betrachten sein und drittens wird der Bedeutung Luthers in aller Kürze nachzugehen sein. In einem zweiten Teil werden dann die unmittelbare Vorgeschichte und der Verlauf des Bundestages vom Februar 1536 vorgestellt sowie zwölf Spuren zu den Schmalkaldischen Artikel gelegt. In einem Schlussteil soll schließlich die aktuelle Bedeutung jener Vorgänge nachgegangen und gefragt werden, inwieweit diese vor ziemlich genau 475 Jahren statt habenden Ereignisse uns noch heute betreffen und Impulse geben können. Mehr
Interdisziplinäres Symposium „Bach als Lutheraner“
02 Nov 2011 Hinterlasse einen Kommentar
in Kulturleben
24.-28.02.2012 in Eisenach, veranstaltet von der Friedrich-Schiller-Universität Jena und dem Kirchenkreis Eisenach-Gerstungen
Das im Jahr 2017 anstehende Reformationsjubiläum wirft seine Schatten weit voraus. Seit 2009 wird mit jährlichen Schwerpunktthemen auf das anstehende Großereignis aufmerksam gemacht, so dass auch das Jahr 2012 unter dem Thema „Reformation und Musik“ an musikalischen Veranstaltungen sicher nicht darben wird. – Warum also noch eine Veranstaltung zu diesem Thema, zu Luther und Bach? Mehr
Berlin als “Deutschlands Paris” – oder doch eher Weimar?
09 Sep 2011 Hinterlasse einen Kommentar
in Kulturleben
von Prof. Dr. Hans Ulrich Gumbrecht
Kann Weimar nichts anderes sein als ein historisches Freilichtmuseum, von dessen provinziellem Rhythmus man sich als entsprechend gestimmter Bildungstourist gerne in die Zeit von Goethe, Schiller und Wieland tragen lässt? Was gäbe es für die kulturelle Zukunft Deutschlands von Weimar zu lernen? Und welche Alternative bietet es zu den hauptstadtzentristischen Tendenzen unserer Gegenwart? Darüber denkt Hans Ulrich Gumbrecht im folgenden Beitrag historisch und anregend nach. Mehr
In der Fremde Brücken bauen
13 Aug 2011 1 Kommentar
in Kritiken
Johann August Röblings Reise in den Ruhm (Hrsg. von Iris Roebling)
von Stefanie Kießling
Wer die Heimat verlässt, bricht oft so manche Brücke hinter sich ab. Der Thüringer Ingenieur Johann August Röbling (später John Roebling) machte es umgekehrt – er wanderte 1831 von Mühlhausen nach Amerika aus, und begann dort den Bau einer der berühmtesten Brücken der Welt: die Brooklyn Bridge in New York. Damit hat er für die Stadt, ja für die Welt ein Wahrzeichen geschaffen. Diese Brücke steht symbolisch für New York und Amerika, versinnbildlicht den technischen Fortschritt und die Freiheit. Wie passend, war es schließlich der Wunsch nach Freiheit, der Röbling in die Ferne trieb. Mehr
Der Geist der Goethezeit im World Wide Web
08 Aug 2011 1 Kommentar
in Kulturleben
Internetseite www.goethezeitportal.de informiert über bedeutende Periode der deutschen Kultur- und Literaturgeschichte
von Patrick Peters
Als zeitlich fixierte Periode, die sich an der Schaffenszeit Johann Wolfgang Goethes von circa 1770 bis zum Tod des Meisters 1832 erstreckt, nimmt die Goethezeit innerhalb der deutschen Literatur- und Kulturgeschichte eine besondere Stellung ein: Diese rund 60 Jahre umfassen drei der künstlerisch produktivsten und hochwertigsten Epochen der deutschen Geistesgeschichte – die Aufklärung mit der Strömung des Sturm und Drang, die Weimarer Klassik und die Romantik. Sie haben eine lange Reihe hochkarätiger Werke der nationalen und Weltliteratur hervorgebracht – etwa Goethes Werther, Schillers Wallenstein und Heines Loreley, um jeweils nur einen Text aus jeder der drei Gattungen zu nennen – und versammeln eine Vielzahl an Autoren, die zu den besten Deutschlands, ja der Welt gehören. Mehr
Italienische Renaissance in Thüringens Osten
06 Jul 2011 Hinterlasse einen Kommentar
in Entdeckungen
Lindenau-Museum Altenburg und seine Sammlung früher italienischer Malerei
von Robert Eberhardt
Besorgt schaut Joseph, den zahmen Esel am Seile führend, zurück: zu Maria, zu seinem Sohn. Die heilige Familie zieht durch einen düsteren Wald. Sie ist auf der Flucht nach Ägypten. In einer intensiven Farbigkeit hat Lorenzo Monaco aus Siena als Vertreter des „Weichen Stils“ diese Szene in ein gotisch gerahmtes Bildfeld gemalt, die Figuren gekonnt angeordnet und in eine dunkle, geheimnisvoll wirkende Umgebung gestellt. Die Farbintensität unterstreicht das Immaterielle, das Sakrale der Begebenheit. Das um 1410 entstandene Gemälde ist einer von vielen Schätzen des Lindenau-Museums in Altenburg. Mehr
Meiningen – Musenhof zwischen Weimar und Bayreuth
30 Jun 2011 Hinterlasse einen Kommentar
in Kulturleben
Eine innovative Ausstellung im Schloss Elisabethenburg, vorgestellt von der Kuratorin
von Maren Goltz
Welche Regenten des Hauses Sachsen-Meiningens förderten Kunst und Kultur in besonderem Maße? Womit sorgte das kleine Herzogtum an der Wende des 19. zum 20. Jahrhundert in ganz Europa künstlerisch für Furore? Wovon war Max Reger zeitweise abhängig? Wer war Hans von Bülow? Und was heißt eigentlich musikalische Interpretation? – Kulturgeschichte zum Anfassen, Anschauen und Hinhören erleben Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen in der seit 23. Juni 2011 vollständig zugänglichen Ausstellung „Meiningen – Musenhof zwischen Weimar und Bayreuth“ in den ehemaligen Wohnräumen Herzog Georgs II. und Helene Freifrau von Heldburg. Das innerhalb von vier Jahren im südwestlichen Bereich der Oberen Galerie von Schloss Elisabethenburg realisierte Gesamtprojekt wurde maßgeblich unterstützt von der Stiftung Meininger Kliniken, der Stadt Meiningen sowie der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und der Rhön-Rennsteig-Sparkasse. Mehr
500 Jahre Reformation
06 Jun 2011 1 Kommentar
in Kulturleben
Die Vorbereitungen zum Reformationsjubiläum 2017 – ein Werkstattbericht
von Dr. Stefan Rhein
Wer in den letzten Monaten die Betriebsamkeit von Landesregierungen, Stadtparlamenten, Konsistorien, Kirchengemeinden und Kulturinstitutionen verfolgte, konnte zur Auffassung kommen, dass das Reformationsjubiläum unmittelbar bevorsteht. In der breiten Öffentlichkeit sind Hoffnungen für eine vertiefte Ökumene auf 2017 hin formuliert worden, ja in manchen Köpfen und Gazetten tauchte sogar die Aufhebung des Banns gegen Martin Luther durch den Papst als Forderung und Hoffnung auf. Mehr
“Madame Royale” – eine versteckte französische Prinzessin?
23 Mai 2011 Hinterlasse einen Kommentar
in Historie
Das kulturelle Erbe von Dunkelgraf und Dunkelgräfin
von Thomas Meyhöfer
HILDBURGHAUSEN – Es mag merkwürdig erscheinen, aber ein kulturelles Erbe ist nicht nur denjenigen historischen Persönlichkeiten zu verdanken, die im Rampenlicht standen und die durch ihr Schaffen in Literatur, Wissenschaft oder Kunst hervortraten, sondern auch Personen, die die Öffentlichkeit geradezu mieden und selbst kaum etwas Materielles hinterließen. Für wen könnte dies besser zutreffen als für jenes seltsame Paar, das vor 200 Jahren in Südthüringen zurückgezogen lebte und seit Mitte des 19. Jahrhunderts als Dunkelgraf und Dunkelgräfin bekannt ist? Mehr
Weimar als Exil
11 Mai 2011 Hinterlasse einen Kommentar
in Kritiken
Erfahrungsräume französischer Revolutionsemigranten 1792–1803 (Friedemann Pestel)
von PD Dr. Thomas Höpel
Im Zuge der Ablösung der großen strukturalistischen Entwürfe über die Wirkung der Französischen Revolution von 1789 durch vermehrt kulturgeschichtliche Studien insbesondere nach 1989 wurden auch die Emigranten, die aufgrund der Revolution Frankreich verließen, unter neuen Gesichtspunkten zum Objekt der Forschung. Um kulturellen und technologischen Transfers auf die Spur zu kommen, drängte sich die Erforschung der Emigranten als potentielle Mittler auf. Mehr
Hier fand Mitterrand Deutschland
26 Apr 2011 Hinterlasse einen Kommentar
Länderporträt: Thüringen
von Robert von Lucius
„Wie mir die Gegend so lieb ist“ – wer durch Thüringen fährt, wird des Öfteren denken müssen an diese Liebeserklärung Goethes an seine Heimat, das „grüne Herz Deutschlands“. Nicht nur geographisch – mehrere Dörfer streiten sich darum, der Mittelpunkt Deutschlands zu sein -, sondern auch kulturhistorisch steht Thüringen so sehr im Kern wie kaum eine andere Region. Das den beiden Dichterfürsten gewidmete Denkmal in Weimar, in dem Goethe und Schiller einander den Lorbeerkranz reichen, sehen manche als „das“ Denkmal schlechthin deutscher Kultur und das nahe Goethe-Schiller-Archiv als die Schatzkammer deutschen Geistes. Die Aufschrift am Sockel ließe anderswo Stirne kräuseln, hier nicht: „Dem Dichterpaar Goethe und Schiller. Das Vaterland“. Mehr










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